Manager des global anlegenden Fondirent setzen auf kurze Laufzeiten
Spekulation der Adig-Experten läuft ins Leere

Seit knapp 21 Jahren gibt es den Adig Fondirent. In dieser Zeit mussten Anleger lediglich in einem einzigen Jahr ein Minus hinnehmen. Das war 1994, als US-Notenbankchef Alan Greenspan überraschend die Geldmarktzinsen anhob und damit fast alle Rentenmarktexperten auf dem falschen Fuß erwischte – auch Klaus Röttger, der damals bereits für den Fondirent verantwortlich zeichnete.

HAMBURG. Zehn Jahre später war der Adig-Manager auf der Hut: Kaum hatte die Fed im Juni 2004 den jüngsten Zinserhöhungszyklus eingeleitet, fuhr er die durchschnittliche Restlaufzeit der von ihm gehaltenen Papiere deutlich herunter.

Diese Strategie schlug jedoch fehl: „Die Einschätzung, dass die Zinsen auch am langen Ende steigen und dort entsprechende Kursverluste auslösen, hat sich leider als falsch herausgestellt“, sagt Röttger. Passiert ist genau das Gegenteil: Weil Langläufer sich nicht um Greenspans Zinspolitik scherten und satte Kursgewinne einfuhren, landet der Fondirent im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der zehn größten globalen Rentenfonds mit einem mageren Zuwachs von 2,96 Prozent lediglich auf dem vorletzten Platz.

Zwar hat der Adig-Manager die jüngste Kursschwäche am Rentenmarkt genutzt und die mittlere Kapitalbindungsdauer des Portfolios auf vier Jahre angehoben. Stärker aus dem Fenster lehnen will er sich aber nicht: „Vor allem die USA können sich dauerhaft niedrige Zinsen nicht länger leisten“, sagt Röttger mit Blick auf die drohende Blase am US-Immobilienmarkt. Weil dieses Problem inzwischen auch einige EU-Mitglieder wie Spanien oder Irland erreicht hat, hält Röttger auch in der EU moderat steigende Zinsen auf kurz oder lang für unausweichlich.

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Mit derartigen Überlegungen beschäftigt sich Alex Calvo nur am Rande. Zwar versucht auch der Manager des derzeit unter den Schwergewichten seiner Vergleichsgruppe führenden Templeton Global Bond Fund, durch einen geschickten Wechsel des Laufzeiten-Mix einen Mehrwert zu erzielen. Dabei spielen jedoch die Märkte USA, Euroland und Japan, die im Fondirent knapp 70 Prozent des Vermögens ausmachen, mit einem Anteil von weniger als 25 Prozent eine Nebenrolle. Ähnlich wie beim auf der Aktienseite sehr erfolgreichen Templeton Growth sucht Calvo weltweit nach Chancen und findet diese derzeit vor allem in Südostasien (42 Prozent des Fondsvermögens) und den EU-Randgebieten (30 Prozent). An diesen Schwerpunkten soll sich bis auf weiteres nichts ändern.

„Der Fondirent verzichtet im Zweifel lieber auf eine Chance, wenn damit gleichzeitig ein höheres Risiko verbunden ist“, erläutert Jens Wetter von der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Trust die unterschiedliche Anlagephilosophie der beiden Fonds. Deshalb seien die Produkte auch nur schwer miteinander vergleichbar: „Ein Anleger muss sich entscheiden, welcher Ansatz seinen persönlichen Zielen am nächsten kommt.“

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