Mehr Transparenz
Streit über Hedge-Fonds

Die deutschen Geschäftsbanken fordern mehr Transparenz der Hedge-Fonds-Branche. Angesichts des steigenden Gewichts der Hedge-Fonds an den internationalen Kapitalmärkten „müssen die nationalen und internationalen Aufsichtsbehörden einen besseren Einblick haben, um reagieren zu können, bevor es knallt“, sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Klaus-Peter Müller, am Rande der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Singapur.

SINGAPUR. Allerdings bestehe international keine Übereinstimmung darüber, ob und wie Hedge-Fonds reguliert werden sollten.

Die Bedeutung von Hedge-Fonds wächst kontinuierlich. Schätzungen zufolge verwaltet die Branche inzwischen rund 1 300 Billionen Dollar. Damit wachsen die Gefahren für die internationalen Finanzmärkte (siehe auch „Amaranth leidet unter sinkendem Gaspreis“). Das bisher abschreckendste Beispiel war die Beinahe-Finanzkrise im Jahr 1998 durch den Zusammenbruch des Hedge-Fonds LTCM. Der hoch verschuldete Fonds wurde zum Sanierungsfall, als Russland seine Zinsen nicht mehr bezahlen konnte. Um einen Crash zu vermeiden, schnürten die US–Notenbank Fed und gut ein Dutzend Banken ein milliardenschweres Rettungspaket.

Heute sträuben sich die USA und Großbritannien nach den Worten Müllers gegen eine Regulierung. In den USA kippte ein Gericht jüngst sogar eine Richtlinie der Securities and Exchange Commission (SEC) zur Registrierung von Hedge-Fonds. Mit Hilfe einer Meldepflicht für Hedge-Fonds wollte die Finanzaufsicht Informationen sammeln, um möglichen Gefahren vorzugreifen.

Hedge-Fonds und Kreditderivate hätten die Märkte komplexer gemacht, warnte der IWF-Kapitalmarktexperte Jaime Caruana in Singapur. In Hongkong sprach der Vize-Zentralbankchef Australiens, Glenn Stevens, von einer Gefahr für die Stabilität der Finanzmärkte, die vom Wachstum der Hedge-Fonds ausgehe. In Krisenzeiten würden sie Liquidität abziehen und nicht – wie teilweise behauptet – zusätzlich zur Verfügung stellen.

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