Merrill Lynch sieht kräftig gestiegenen Optimismus
Fondsmanager glauben wieder an die Aktie

Die internationalen Vermögensverwalter haben ihre Zweifel an der Nachhaltigkeit der jüngsten Aktienhausse abgestreift. Das belegt die jüngste von Merrill Lynch durchgeführte Umfrage. Einbezogen waren insgesamt 307 internationale Investmenthäuser mit einem verwalteten Vermögen von 887 Mrd. Dollar.

ina FRANKFURT/M. „Der Himmel scheint den Ergebnissen zufolge wolkenlos zu sein“, kommentiert David Bowers, Chef-Anlagestratege bei Merrill Lynch, die Ergebnisse. Die Fondsmanager schauen beim Kursmotor Gewinne jetzt wieder stärker auf das Wachstum der Firmen als auf Kostensenkungsprogramme. Sie machen sich eher über Inflation als Deflation Sorgen und bewerten die Börsen trotz der im März gestarteten Rally als fair bewertet.

Eine satte Mehrheit von 63 % der zwischen dem 4. und 11. September Befragten ist jetzt in Aktien übergewichtet, während es im August nur 53 % waren. Die Quote der in Anleihen überrepräsentierten Fondsmanager sank dagegen von 14 auf 11 %. Konsequenterweise werden Bonds von der Mehrheit als überbewertet eingestuft.

Rund 87 % der Vermögensverwalter glauben an eine Konjunkturerholung in den kommenden 12 Monaten. Eine fast ebenso hohe Quote der Asset-Manager erwartet in dieser Zeitspanne höhere Unternehmensgewinne. Der gestiegene „Appetit“ auf Risikoanlagen schlägt sich auch in einer zunehmenden Vorliebe für den japanischen Aktienmarkt und die Schwellenbörsen nieder. Gegenüber dem Vormonat stieg der Anteil der in Japan übergewichteten Fondsmanager drastisch von 30 auf 47 %, der an den Emerging Markets übergewichteten Häuser von 46 auf 57 %. In den USA sind nach 42 nur noch 35 % der Asset-Manager überrepräsentiert. Für die Eurozone stieg die Quote minimal von 36 auf 38 %.

In der Branchenbetrachtung fallen unter anderem die Segmente Industrie und Grundstoffe auf. Hier stieg der Anteil der übergewichteten Vermögensverwalter. Aus Banken, dem Pharmabereich und insbesondere aus dem Segment langlebiger Konsumgüter haben sich die Strategen dagegen deutlicher zurückgezogen.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse: Je ausgeprägter die Überzeugung einer Konjunkturerholung bei einzelnen Gesellschaften ist, um so stärker neigen diese zu Risikoanlagen und wenden sich von Anleihen ab - ein typisches Verhaltensmuster. Eine Mehrheit der Befragten erwartet jetzt auf 12-Monatssicht steigende kurzfristige Zinsen und langfristige Renditen.

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