Nach drei mauen Jahren
Quant-Hedgefonds spüren Prügel der Investoren

Immer mehr Investoren verlieren die Geduld mit den Hedgefonds-Managern. Die verlassen sich zunehmend auf Computer, um globalen Markttrends zu folgen – mal mit weniger, mal mit mehr Erfolg.
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FrankfurtQuantitative Hedgefonds von Firmen wie Man Group und Blue Crest Capital Management verbuchten im vierten Quartal Einnahmen von 4,9 Milliarden Dollar - der Höchstwert in den vergangenen fünf Jahren, wie Daten von Hedge-Fund-Research (HFR) zeigen. Den Angaben zufolge hatten die Gewinne im zweiten Quartal bereits 1,1 Milliarde Dollar und im dritten 668 Millionen Dollar betragen. Unterm Strich verzeichneten quantitative Hedgefonds im vergangenen Jahr Gewinne von rund 1,7 Milliarde Dollar, verglichen mit Einnahmen von 9,5 Milliarden Dollar in 2012 und von 25 Milliarden Dollar in 2011.

Quantitative Hedgefonds nutzen Computermodelle, um die Preisentwicklung von Aktien, Anleihen und auch Rohstoffen vorherzusagen. Basierend auf diesen Prognosen kaufen oder verkaufen die Fondsmanager Wertpapiere, um Gewinne zu erzielen. Jeder Manager hat sein ganz eigenes Computermodell, die Erträge können deshalb ganz unterschiedlich ausfallen.

„Einige Investoren beginnen, ungeduldig zu werden. Sie erwägen, ihre Anlagen in Investments zu verlagern, bei denen sie davon ausgehen, dass sie bessere Chancen auf einen guten Ertrag haben”, schrieb Svante Bergstrom, der einen quantitativen Fonds bei Lynx Asset Management AB verwaltet.

Pensionsfonds und andere institutionelle Investoren schauen sich in der Regel die Erträge über drei Jahre an, wenn sie über die Allokation ihrer Gelder entscheiden. 2013 haben sich die Quant-Hedgefonds unerwartet schlecht entwickelt. Nicht das erste schwache Jahr: Der Newedge-CTA-Index, der die Entwicklung von 20 großen quantitativen Hedgefonds abbildet, fiel in den vergangenen drei Jahren im Durchschnitt um 2,2 Prozent pro Jahr. Der Bloomberg-Hedge-Funds-Aggregate-Index, der die Entwicklung von Hedgefonds im Allgemeinen darstellt, stieg indes um 2,3 Prozent pro Jahr.

Im vergangenen Jahr war die Entwicklung der quantitativen Fonds „enttäuschend”, sagte Damien Loveday, Chef für Hedgefonds-Analysen bei Towers Watson & Co. Auch wenn „es wahrscheinlich nicht so überraschend war angesichts eines Umfeldes, das so starke Verschiebungen auf den Märkten verursacht – ausgelöst von der Geopolitik und Zentralbank-Ankündigungen und Veränderungen geldpolitischer Maßnahmen.”

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