Nachgefragt:Jens Ehrhardt
"Gegen den Strom schwimmen"

Neun Fragen zum Thema Investment-Fonds-Anlage an Jens Ehrhardt, Vorstand der Vermögensverwaltung Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG, München.

Sie sind Vermögensverwalter und Fondsmanager: Wenn der Anleger ein Depot mit Investmentfonds aufbauen will, wie sollte er vorgehen?

Er muss im ersten Schritt einen Anlageberater suchen – oder die Entscheidungen selber treffen.

Die Suche nach dem passenden Berater könnte langwierig werden.

Es gibt aber Leute mit Erfahrung und Erfolgsbilanz, die eine gute Wertentwicklung vorweisen können, diese gleichzeitig mit geringen Schwankungen im Zeitablauf erzielt haben.

In der Regel wird sich der Anleger zunächst an seine Hausbank wenden.

Der Berater, die Person ist das Entscheidende, nicht die Bank, für die er arbeitet.

Wie erkennt der Kunde, ob der Berater gut oder schlecht ist?

In der Regel wird der Anleger das erst nach Jahren feststellen können. Normalerweise muss er sich auf das Prinzip von Versuch und Irrtum einlassen, das heißt im Zweifel – nach schlechten Erfahrungen – den Berater wechseln.

Ist das nicht unbefriedigend?

In gewisser Weise ja, aber nicht zu vermeiden. Es sei denn, der Anleger kauft von vornherein die Vermögensverwaltung in einem Produkt, das genau dafür vorgesehen ist: einen gemischten Fonds. Der lässt dem Verwalter einerseits die notwendige Freiheit bei der Aufteilung von Geldern und bietet gleichzeitig einen Nachweis der Qualität des Managers über einen langen Zeitraum.

Fondsmanager statt Berater?

Ja, dass kann eine Lösung sein. Der Erfolg des Managers bei der Aufteilung der Gelder auf Aktien, Anleihen, Immobilien und Liquidität ist dokumentiert. Das ist der große Vorteil. Der Anleger kann zumindest sofort erkennen, wer in der Vergangenheit gut und wer schlecht gearbeitet hat.

Und wenn der Anleger alle Entscheidungen in die eigene Hand nehmen will?

Das kann er tun, muss dann aber eigene Erfahrungen mitbringen und neben seinem Geld viel Zeit investieren – daran mangelt es meist. Eine grundsätzliche Hürde muss der Anleger übrigens genauso nehmen wie jeder Vermögensverwalter und Fondsmanager: antizyklisch handeln lernen.

Gegen den Strom schwimmen?

Genau. Erfolg hat nur der, der in Extremlagen an den Kapitalmärkten exakt das Gegenteil von dem tut, was die Mehrheit macht. Ein gutes Beispiel ist die Endphase der Aktienhausse Anfang 2000. Wer damals noch den vielen Optimisten folgte und kaufte, verlor ein Großteil seines Geldes.

Was empfehlen Sie heute?

Im Moment sind Aktienfonds die Einäugigen unter den Blinden. Immobilienfonds würde ich eher verkaufen. Bei Rentenfonds besteht die Gefahr steigender Zinsen.

Die Fragen stellte Ingo Narat.

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