Nagelprobe für Firmenjäger
Finanzinvestoren lechzen nach frischem Geld

Finanzinvestoren müssen in diesem und in den nächsten Jahren Milliarden bei den Geldgebern einsammeln. Doch das dauert länger als früher – und ist angesichts geschrumpfter Renditen und hartnäckiger Risikoscheu gar nicht so einfach.
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BerlinViele Finanzinvestoren haben die Krise längst abgehakt. Banken geben ihnen wieder Kredite, Milliardendeals sind in Reichweite. Doch die eigentliche Nagelprobe steht den erfolgsverwöhnten Firmenjägern erst noch bevor. Sie müssen 2013 und in den Folgejahren frische Milliardensummen bei ihren Geldgebern einsammeln. Das ist angesichts dürftiger Renditen in den vergangenen Krisenjahren und der anhaltenden Risikoscheu vieler Profi-Anleger keine triviale Aufgabe.

"Wem es nicht gelingt, die Investoren zu überzeugen, wird Probleme haben, neue Fonds aufzulegen", sagt Martin Halusa, Top-Manager der Private-Equity-Firma Apax, am Dienstag auf der Branchenmesse "SuperReturn" in Berlin. Er sammelt gerade selbst Milliarden bei Profi-Anlegern wie Pensionskassen, Stiftungen oder Versicherungen ein. Ob die erhoffte Fondsgröße von neun Milliarden Euro zustande kommt, ist nach Ansicht vieler Geldgeber fraglich. Auch der Rivale Permira muss künftig voraussichtlich kleinere Brötchen backen. Das Einsammeln der Gelder dauert zudem viel länger als früher.

Die Konkurrenz um die wenigen verfügbaren Mittel der institutionellen Anleger ist auch hoch wie selten. Nach Daten des Brancheninformationsdienstes Preqin wollen die zehn größten Fonds am Markt derzeit zusammen 84 Milliarden Dollar einsammeln. Der Grund: Viele Firmenjäger wittern auch in Europa wieder große Übernahmen - dafür brauchen sie reichlich Munition.

Private-Equity-Firmen locken ihre Geldgeber daher mit Angeboten, wie es sie in den Boomzeiten 2006 oder 2007 niemals gegeben hätte. So fordern sie beispielsweise deutlich weniger Gebühren für die Verwaltung der Gelder. Früher waren zwei Prozent des betreuten Vermögens als Satz üblich - heute ist es Branchenkreisen zufolge oft nicht mal die Hälfte.

Immer häufiger bieten die Beteiligungshäuser ihren Geldgebern auch direkte Co-Investments in die Unternehmen an, damit diese die Gebühren ganz sparen können. "Solche direkte Investitionen in die Firmen bringen uns mehr Rendite als Investments über Private-Equity-Fonds", sagt Andre Bourbonnais vom mehr als 170 Milliarden Dollar schweren kanadischen Pensionsfonds CPPIB.

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