Nebenwerte glänzen
Zahlreiche Fonds haben zu viel Geld

Manche Börsensegmente vertragen keinen Anlegeransturm. Das gilt vor allem für enge Bereiche wie Nebenwerte. Aber gerade diese Titel glänzten in den vergangenen Jahren mit hohen Wertentwicklungen.

FRANKFURT. Das zog Investoren an. „Enorme Zuflüsse bringen die Fondsgesellschaften bei einigen Anlagestilen, Anlageregionen und in einigen Marktsegmenten an Kapazitätsgrenzen“, sagt Achim Stranz, Chefstratege bei Axa Investment Managers Deutschland.

Debbie Boys von Standard & Poor’s (S&P) Fund Services in London untersuchte das Problem am Beispiel der europäischen Aktienfonds. Unter den Portfolios mit den stärksten Vermögenszuwächsen im vergangenen Jahr dominieren Produkte für Nebenwerte. In den meisten Fällen waren es außerdem computergesteuerte Fonds, die in der Regel einen Value-Ansatz verfolgen, demnach auf preisgünstige Titel ausgerichtet sind (siehe „Europaweit angebotene Aktienportfolios mit Anlageschwerpunkt Europa“).

Viele dieser Fonds haben ihr Volumen innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt, teilweise getrieben durch Wertzuwächse, aber ebenfalls durch Mittelzuflüsse. „Ab einem bestimmten Volumen müssen die Gesellschaften dann Schließungen in Betracht ziehen“, sagt Boys. Grund ist der Schutz der Altanleger. Die Gesellschaft sollte dann keine Mittel von Neuinvestoren mehr annehmen, wenn sie diese Gelder nicht mehr sinnvoll anlegen kann – insbesondere nach starken Kursgewinnen in engen Segmenten. Bei diesen „Soft closings“ können Anteile aber weiterhin zurückgegeben werden.

JP Morgan Asset Management beispielsweise schloss im ersten Quartal mit dem „Europe Small Cap Dynamic“ und dem „Europe Dynamic“ einen europäischen Nebenwertefonds bzw. ein nach verhaltenswissenschaftlichen Ansätzen geführtes Europaportfolio. „Da lag es im Interesse der Anleger, die Produkte zu schließen“, sagt Peter Schwicht, Deutschlandchef der Gesellschaft.

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