Neue EU-Regeln
Fonds wollen fusionieren

Der Weg zu einem echten europäischen Binnenmarkt für Investmentfonds ist steinig. Markteffizienz ist ein wichtiger Stichpunkt. Sie steht im Mittelpunkt des zweiten Teils der Handelsblatt-Artikelreihe zu den diskutierten neuen EU-Regeln.

FRANKFURT. In diesem Abschnitt geht es vor allem um die Vorteile von Fondsfusionen und ein erleichtertes Management von Portfolios eigener Gesellschaften in anderen Ländern. Die Anbieter können im grenzüberschreitenden Geschäft wegen der unterschiedlichen nationalen Regulierungen und Steuersysteme kaum Größenvorteile nutzen. „Aber genau das sollte der Fall sein, damit die Kosten sinken, was am Ende auch dem Anleger nutzt“, sagt Wolfgang Mansfeld, Vorstand Union Asset Management und Europa-Experte. Ein Vergleich des fragmentierten europäischen Marktes mit dem US-Markt liefert Anschauungsmaterial. „Fonds sind dort im Durchschnitt sechs Mal so groß wie in Europa, den etwa 8 000 US-Produkten stehen hier rund 30 000 gegenüber“, sagt Jean-Baptiste de Franssu, Leiter des Europageschäftes bei der britischen Anlagegesellschaft Invesco.

Nach Berechnungen von Lipper Fitzrovia schlagen sich geringere Volumina tendenziell in höheren Kosten nieder (siehe Tabelle). Die jährliche Gesamtkostenbelastung bei Aktienfonds in den USA erreicht nur 1,24 Prozent, in Europa 1,92 Prozent – dabei sind nur national angebotene Produkte mit oft kleinen Volumina nicht einmal einbezogen. Bei einer Marktbereinigung würden die Fondsgrößen steigen, die Kosten sinken.

„Daher ist es so wichtig, dass grenzüberschreitende Fusionen in den EU-Regeln vorgesehen werden“, sagt de Franssu. Eine Expertengruppe unter seiner Leitung schätzte vor einem Jahr die Vorteile einer solchen neuen Regel. Die Anbieter könnten 0,05 bis 0,15 Prozent der Fondsvermögen an jährlichen Aufwendungen sparen, was umgerechnet zwei bis sechs Mrd. Euro entsprechen würde.

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