Neue Mittel in Milliardenhöhe
Fondsbranche hofft auf Rückkehr der Privatanleger

Seit Jahren macht den Fondanbietern die Zurückhaltung der Kleinsparer zu schaffen. Damit könnte es tatsächlich vorbei sein. Die Kursrally zum Jahresende hat selbst Risikoscheue aus der Reserve gelockt.
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FrankfurtDie Kursrally gegen Ende des vergangenen Jahres hat offenbar auch die risikoscheuen Kleinsparer in Deutschland aus der Reserve gelockt. Das legt die jüngste Investmentstatistik nahe, die der Fondsverband BVI am Donnerstag veröffentlichte.

Demnach vertrauten die Anleger den hiesigen Fondsgesellschaften im November unter dem Strich 10,8 Milliarden Euro an neuen Mitteln an. Das Geld floss etwa jeweils zur Hälfte in Spezialfonds für Profi-Investoren und in Publikumsfonds, die für jedermann zugänglich sind. Nach Angaben des BVI erreichten die Publikumsfonds damit den höchsten monatlichen Absatzerfolg seit Januar 2009.

Zahlen für Dezember liegen noch nicht vor, doch die Zwischenbilanz lässt viele Fondsanbieter hoffen. Seit Jahren macht ihnen die Zurückhaltung der Kleinsparer zu schaffen, die von der Finanz- und Schuldenkrise tief verunsichert sind und ihr Erspartes lieber auf Tages- oder Festgeldkonten parken, als am Kapitalmarkt anzulegen. Der jüngste Stimmungsumschwung bei den Publikumsfonds zeigte sich vor allem bei den Aktienfonds, die im November netto 0,6 Milliarden Euro neu einsammelten.

Insgesamt stieg das verwaltete Vermögen der Fondsgesellschaften in Deutschland per Ende November auf über zwei Billionen Euro - ein neuer Rekord. Darin spiegelt sich auch die gute Entwicklung der Märkte wider. Allein der Dax legte 2012 um fast 30 Prozent zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Bei mir kam das böse Erwachen, als ich einen ausländischen, thesaurierenden Fonds verkauft habe: Die Kursgewinne wurden fast vollständig aufgezehrt durch Steuern. Ursache: Die thesaurierten Erträge werden doppelt besteuert. Mit viel Mühe kann man sich die zu viel gezahlten Steuern zumindest teilweise vom Finanzamt zurückholen. Aber wer will seine Zeit mit lästigem, bürokratischen Kleinkram vergeuden? Hinzu kommt, dass die Rückerstattung zeitversetzt erfolgt.

    Inwzischen werden sehr viele Fonds in Luxemburg aufgelegt. Man erkennt sie daran, dass die ISIN mit "LU" beginnt. Obwohl den Fondsgesellschaften das Dopppelbesteuerungsproblem bekannt ist, kümmern sie nicht nicht darum. Das zeigt, dass es ihnen primär um ihr eigenes Wohl geht. Die Thesaurierung ist für sie bequemer als die Ausschüttung. Die Kundenfreundlichkeit bleibt auf der Strecke.

  • Bitte an alle die sich an die Banken wenden, um ihr erspartes loszuwerden, aber nicht in Banken - oder andere Investmentsfonds ihr Geld anzulegen. Das ist die größte Abzocke. Selbst widerfahren, als in Immofonds investiert hatte. Sitze vor verschlossener Tür und komme an mein Geld nicht mehr heran. Bis abgewickelt wird. So wird es auch bei Aktienfonds ergehen, denn diese sind AUCH NICHT Transparenter. Verschleiern ihre Managementgebühren, andere Provisionen und geben die begünstigten Kaufbedingungen von Aktien an den Börsen nicht weiter, sondern erheben immer größere Gebühreneinheiten. Meine Meinung, kauft lieber die Aktien selbst mit geringeren Gebührensätzen, wie es die Direktbanken machen und lasst sonst die Finger von Fonds.

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