Norwegen
Pensionsfonds entzieht Palmöl-Unternehmen Geld

Für die Aktivitäten des norwegischen Pensionsfonds gelten ethische Vorschriften. Deshalb verlieren vier asiatische Firmen nun Investitionen des größten Staatsfonds der Welt. Der Grund: umstrittenes Palmöl.
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OsloWeil sie mit der Produktion des umstrittenen Palmöls zu tun haben, verlieren vier asiatische Firmen Investitionen des norwegischen Pensionsfonds. Die norwegische Zentralbank erklärte am Montag, der von ihr verwaltete größte Staatsfonds der Welt habe sich aus der südkoreanischen Daewoo-Gruppe, deren Mutterkonzern Posco sowie den malaysischen Firmen Genting und IJM zurückgezogen. Die Entscheidung basiere auf einer „Auswertung der Risiken in Bezug auf die schweren Umweltzerstörungen“ im Zusammenhang mit der Palmölproduktion.

Norwegens Staatsfonds speist sich aus den Einnahmen der Ölförderung und ist rund 7,195 Billionen Kronen (784 Milliarden Euro) schwer. Er besitzt 1,3 Prozent aller Aktienanteile an Unternehmen weltweit. Für die Aktivitäten des Fonds gelten ethische Vorschriften, weshalb er sich bereits aus rund sechzig Firmen zurückgezogen hat. Dazu zählten auch bekannte Unternehmen wie Airbus, Boeing, Philip Morris und Wal-Mart. Dem Daewoo-Konzern wurde nun seine 85-prozentige Beteiligung an einer indonesischen Firma zum Verhängnis, die für die Anpflanzung von Ölpalmen Wälder abholzt.

Ende 2014 hatte der norwegische Staatsfonds 0,28 Prozent der Daewoo-Anteile gehalten, was einem Wert von neun Millionen Dollar (acht Millionen Euro) entsprach. Hinzu kam eine Beteiligung von 0,91 Prozent (198 Millionen Dollar) an Posco. Bei Genting waren es 0,4 Prozent (41 Millionen Dollar) und bei IJM 1,6 Prozent (46 Millionen Dollar).

Palmöl wird vor allem in der Lebensmittel- und der Chemieindustrie verwendet. Umweltschützer beklagen seit langem, dass für den Anbau der Ölpalmen große Regenwaldflächen gerodet werden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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