Offene Immobilienfonds
Anleger ziehen Geld ab

Die Schließung des offenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest der Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate (DBRE) Mitte Dezember 2005 hat zu massiven Mittelabflüssen in der Branche geführt.

FRANKFURT. Im letzten Monat des Jahres hätten Anleger der beiden DBRE-Fonds Anteile im Wert von 1,9 Mrd. Euro zurückgegeben, in den übrigen 33 Fonds im Volumen von 1,2 Mrd. Euro, berichtete der Branchenverband BVI am Dienstag in Frankfurt. Im gesamten Jahr flossen 3,4 Mrd. Euro ab. Das Vermögen aller Fonds beträgt nun 85,1 Mrd. Euro. Um künftige Krisenfälle zu entschärfen, schlägt der BVI vor, die Anteile eingefrorerer Fonds zum Börsenhandel zuzulassen (siehe „Börse als Sicherheitsnetz“).

Zur Entwicklung im Januar – nach der Schließung von zwei Fonds der Kanam-Gruppe – wollte BVI-Vorstandssprecher Markus Rieß sich nicht äußern. Die Abflüsse ebbten inzwischen wieder ab. Gerüchten, Banken würden ihre Fonds durch Anteilskäufe stützen, wie dies die Deka in der Krise getan hatte, trat er entgegen: „Es wäre falsch über Stützungskäufe zu spekulieren.“

Die nächste Bewährungsprobe hat die Branche zu bestehen, wenn der DBRE-Fonds Grundbesitz-Invest wie angekündigt im Februar wieder geöffnet wird. Pessimisten rechnen damit, dass von der Deutschen Bank enttäuschte Anleger aus dem Fonds flüchten und so die erneute Schließung wegen Liquiditätsnot provozieren könnten. Dagegen ist BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass die Deutsche Bank den Anlegern eine Perspektive bieten wird, die nicht zu einer neuen Fondsschließung führen wird.“

Die Vorschläge des BVI (siehe „Reformvorschläge“) werden von Branchenbeobachtern im Großen und Ganzen positiv bewertet, was Detailkritik allerdings nicht ausschließt. Der BIIS, in dem die Gutachter der Fondsimmobilien zusammengeschlossen sind, „freut“ sich, dass der BVI einen großen Teil seiner Vorschläge aufgegriffen hat. Der Vorschlag, in einem Pool zusammengefasste Sachverständige durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht bestellen zu lassen, sei aus wettbewerbsrechtlichen Gründen noch zu erörtern. Alexandra Merz, Analystin der Ratingagentur Scope sprach von vertrauensbildenden Maßnahmen. Sie hatte mit ihrer Verkaufsempfehlung die jüngste Welle von Anteilsverkäufen ausgelöst.

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