Offene Immobilienfonds
Kanam will Fonds ohne Immobilienverkäufe öffnen

Anleger haben in den vergangenen Tagen wieder Geld in die beiden kriselnden offenen Immobilienfonds des Fondsanbieters Kanam gesteckt.

HB FRANKFURT. Die Kanam-Gruppe will die Käufe von Anteilen an ihrem offenen Immobilienfonds Grundinvest dazu nutzen, den Fonds wieder für Anteilsrückgaben zu öffnen, ohne zuvor Immobilien zu verkaufen. Zurzeit ist es nur möglich, Anteile zu zeichnen. „Wir glauben, den Fonds ohne Immobilienverkäufe öffnen zu können“, sagte Carmen Reschke, Geschäftsführerin der Kanam Grund Kapitalanlagegesellschaft am Mittwoch auf dem Immobilienkongress Cimmit in Frankfurt. Der international, aber außerhalb Nordamerikas anlegende Fonds war am vergangenen Donnerstag als zweiter Kanam-Fonds geschlossen worden. Innerhalb von 24 Stunden hatten Anleger 700 Mill. Euro aus dem Fonds abgezogen und ihn so in Liquiditätsnot gebracht. Die Flucht der Anleger war durch eine wenige Tage zuvor veröffentlichte Verkaufsempfehlung der Ratingagent

ur Scope für den Fonds ausgelöst worden. Kanam hatte am Freitag den Fonds für Anteilskäufer wieder geöffnet.

Reschke berichtete von anfänglichen täglichen Mittelzuflüssen von etwa 1,6 Mill. Euro – Tendenz steigend. Zudem würden Gespräche mit Investoren über größere Einlagen geführt. Außerdem hätten Anleger mitgeteilt, nicht ausgeführte Aufträge zur Anteilsrückgabe zurückzuziehen.

Der Fonds wird seit Montag an den Fondsbörsen in Düsseldorf und Berlin gehandelt. Am Mittwochabend wurde der Fonds zu 54,45 Euro gehandelt, rund 2,4 Prozent unter dem letzten Rücknahmepreis vor der Fondsschließung. Der Anteilspreis, der trotz Rücknahmestopp weiter berechnet wird, sei zwischenzeitlich nicht gesunken, sagte ein Kanam-Sprecher. Kanam-Kritiker Stefan Loipfinger wunderte sich in Frankfurt allerdings darüber, dass Anleger bereit sind, Anteile zu einem Preis über der Börsennotierung zu kaufen. Die kurzfristig hohen Mittelabflüsse des Kanam-Fonds sollen vor allem durch den Ausstieg institutioneller Anleger ausgelöst worden sein. Der Branchenverband BVI schlägt vor, Einlagen ab einer Mill. Euro mit zwölf Monaten Kündigungsfrist zu belegen. Dies bannt die Gefahr, dass Institutionelle mit Beträgen kurz unter dieser Grenze in einen Fonds gehen und ihn erneut durch Anteilsrückgaben in Not bringen, nicht vollständig. SEB-Geschäftsführerin Barbara Knoflach plädierte dafür, sofern institutionelle Kunden in einem Publikumsfonds aufgenommen würden, die Liquidität des Fonds zu erhöhen. „Bei unserem SEB Immoinvest tun wir dies“, sagte Knoflach.

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