Osteuropa-Mischfonds verliert rapide an Wert
Manager kennen keine Angst vor US-Rezession

Noch im Herbst 2007 war Ekkehart Schwartzkopff der festen Überzeugung, dass die amerikanische Immobilienkrise seinem überwiegend in Österreich und Osteuropa investierenden Mischfonds Star-Portfolio-UI wenig anhaben könne. Deshalb fuhr er vorsorglich die reduzierte Aktienquote schnell wieder auf annähernd 100 Prozent herauf. Mit drastischen Folgen.

HAMBURG. Im November und Dezember verlor der lange Zeit zu den Spitzenreitern zählende Star-Portfolio-UI fast 20 Prozent an Wert, im Januar und Februar weitere 20 Prozent. Mit einem Zwölf-Monats-Minus von 33,37 Prozent liegt er aktuell unter 304 flexiblen Mischfonds abgeschlagen auf dem letzten Platz (Tabelle).

"Die massiven Verluste waren fundamental nicht gerechtfertigt", beharrt Schwartzkopff, räumt aber gleichzeitig ein, den Verkaufsdruck amerikanischer Großinvestoren unterschätzt zu haben. "Künftig werden wir deshalb sehr viel stärker als bisher auf negative Chartsignale achten", kündigt er an. Doch auch markttechnisch sieht Schwartzkopff inzwischen keine Risiken mehr: "Der Crash ist vorbei, die nächste Bewegung an den Börsen geht nach oben." Die Rezessionsängste für die US-Wirtschaft seien übertrieben, Europa und speziell Osteuropa drohe keine Gefahr. Schwartzkopff: "Die Gelder, die in den kommenden Jahren aus der EU für Infrastrukturmaßnahmen fließen, sorgen in Ländern wie Polen oder Tschechien automatisch für Wachstum."

Wenig Verständnis für die weit verbreitete Ansicht, dass eine US-Rezession die Welt wirtschaftlich aus den Fugen geraten lässt, äußert auch Eric Le Coz. "Von einer hohen Binnennachfrage getriebene Schwellenländer können sich davon zwar nicht völlig abkoppeln, bleiben aber klar auf Wachstumskurs", sagt der Sprecher des Fondsmanagements der französischen Gesellschaft Carmignac.
Deshalb gehören entsprechende Aktien nach wie vor zum Kerninvestment fast aller der Fonds-Portfolios, im auf Rang acht liegenden Mischfonds Carmignac Patrimoine sind sie zu knapp 16 Prozent vertreten. Anders als im Star-Portfolio-UI liegt der Schwerpunkt dabei allerdings klar auf Lateinamerika.

"Speziell Brasilien dürfte weiter von hohen Rohstoffpreisen profitieren", so Le Coz. Das gute Abschneiden führt er neben dem hohen Schwellenländer- und Rohstoffanteil auch auf eine erfolgreiche Absicherungsstrategie auf der Aktien- und Währungsseite zurück. Im Rentenbereich, der den Anlagebedingungen zufolge inklusive Geldmarktprodukten mindestens 50 Prozent ausmachen muss, setzt Carmignac nun wieder auf kürzere Laufzeiten und vereinzelt auch auf Unternehmensanleihen.

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