Privatanleger entdecken Indexfonds
Indexfonds boomen in der Finanzkrise

Der Markt für ETFs brummt. Einige Experten erwarten einen weiteren Wachstumsschub, weil Anbieter jetzt auch Privatanleger entdecken. Immer mehr Gesellschaften bieten Dachfonds an, die ihrerseits in die preiswerten börsengehandelten Indexfonds investieren.

FRANKFURT. "2009 wird das Jahr der ETF-Dachfonds mit geringen Gebühren werden", sagt Murat Ünal, Vorstand der auf Asset-Management spezialisierten Beratungsfirma Funds at Work. Bisher ist das Geschäft mit den Produkten auf Indizes für Aktien wie den Euro Stoxx 50, aber auch auf Messlatten für Anleihen und andere Vermögensformen, europaweit von institutionellen Anlegern bestimmt. Diese Investoren trieben das Volumen trotz Aktienbaisse im vergangenen Jahr von 91 auf 113 Mrd. Euro.

Das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen wandten sich Anleger von plötzlich illiquiden Märkten wie denen für komplexe Anleiheprodukte ab und wechselten in die liquiden Indexfonds ohne Bonitätsrisiken. Zum anderen waren viele Investoren von den Leistungen ihrer aktiven Verwalter, die besser abschneiden wollen als ein Index, enttäuscht. So sagt Thorsten Michalik, Leiter der ETF-Sparte db x-trackers bei der Deutschen Bank: "Wir haben jetzt sehr viele Treffen mit Anlegern, die noch vor einiger Zeit sagten, dass sie nur an aktives Management glauben."

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Nach Schätzung der unabhängigen Quirin Bank entfallen bisher nur fünf bis zehn Prozent des europäischen ETF-Vermögens auf Privatanleger. Doch das Umdenken beginnt. Immer mehr Verwalter setzen die kostengünstigen Produkte ein oder haben Pläne in der Schublade (siehe "Gebührenschere"). So entwickelte Quirin mit Michalik jetzt den "Quirin Wealth Management ETF", der verschiedene Anlageformen wie Aktien, Anleihen und Immobilien abbildet. Die Zusammensetzung wird mehrere Male im Jahr angepasst. "Der Kunde kauft eine fertige Vermögensverwaltung, das sehen wir als Trend", sagt Christoph Kanzler, Leiter Produktmanagement bei Quirin. Michalik glaubt an eine große Zukunft dieses Ansatzes. "Wir haben an die zehn Anfragen von Adressen, die sich für eine ähnliche Kooperation interessieren", sagt er.

Ein Frühstarter bei ETF-Dachfonds war das unabhängige Fondshaus Veritas. "Wir spüren eine deutliche Nachfrage beispielsweise von Maklerpools, die ihren angeschlossenen Beratern für deren Geschäft mit Privatkunden Abwicklungsdienstleistungen anbieten", erkennt Veritas-Mann Markus Kaiser, der inzwischen vier ETF-Dachfonds lanciert hat.

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