Rentenfonds
Vermögensverwalter fahren gut mit Risiko

Vermögensverwalter profitieren von der Rally bei Firmenbonds und Schwellenländern. Rentenfonds, die auf riskantere Papiere setzen, bescherten den Anlegern gute Renditen. Im Vergleich zu europäischen Staatsanleihen erwirtschafteten sie hervorragende Werte. Die wichtigsten Eckdaten.
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FRANKFURT. Bei auf Euro lautenden Rentenfonds zeigt sich in diesem Jahr eine enorme Spanne. Die Top-Fonds, die neben Staatspapieren der Industrienationen auf Unternehmensanleihen und Schwellenländer setzten, haben Anlegern in den vergangenen zwölf Monaten Erträge zwischen 33 und 44 Prozent gebracht (siehe "Euro-Rentenfonds"). Damit schlugen sie europäische Staatsanleihen deutlich, die gemäß dem Euroland Government Bond Index der Citigroup den Investoren Erträge von nur 6,5 Prozent bescherten.

Den Citigroup-Index legt das Analysehaus Feri Eurorating Services der Fondskategorie "Euro Renten" für währungsgesicherte Anleihefonds zugrunde. Staatsanleihen entwickelten sich in diesem Jahr nur mäßig, weil Investoren dank der Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Konjunktur wieder risikofreudiger wurden. Deshalb waren die mit Blick auf Zahlungsausfälle sicheren Staatspapiere der Industrieländer wenig gefragt. Anleger griffen stattdessen bei renditeträchtigen Zinspapieren von Unternehmen und Schwellenländern zu, die im Krisenjahr 2008 unter die Räder kamen.

"In diesem außergewöhnlichen Jahr, in dem sich riskantere Anleihen so gut entwickelt haben, war es für Fondsgesellschaften nicht so schwierig den Index zu schlagen", meint André Härtel, Senior Fondsanalyst bei Feri Eurorating Services. "Auf Sicht von drei Jahren haben das jedoch nur wenige Fonds geschafft."

Zu den Fonds, die den Index schlugen, gehört der "Star Cap Sicav Winbonds" des Vermögensverwalters Star Capital, der in diesem Jahr 44 Prozent Rendite erwirtschaftete. Die Gesellschaft warnt Anleger aber vor Euphorie: Das Ergebnis sei den einmaligen Kaufgelegenheiten geschuldet, die sich Ende vergangenen Jahres ergeben hätten. Inzwischen gebe es kaum noch Schnäppchen.

Warnung vor Euphorie

Für das herkömmliche Anleihe-Geschäft begnügt sich Star Capital mit Renditen um die fünf Prozent, die im Vergleich zu den gut drei Prozent, die zehnjährige deutsche Bundesanleihen bieten, immer noch viel ist. Vom Volumen her ist der Fonds mit 18 Mio. Euro relativ klein. Zudem hält er nur rund 20 verschiedenen Positionen. Gut die Hälfte des Fondsvermögens stecken in Staatsanleihen, 43 Prozent in Unternehmensanleihen. "Dabei investiert der Fonds auch stärker in Bonds schwächerer Bonität", sagt Härtel.

Anders aufgestellt ist der große "Templeton Global Total Return Fund", der zwar auch in Unternehmensanleihen investiert, den Schwerpunkt jedoch auf Staatsanleihen in verschiedenen Währungen setzt. Dabei haben Bonds in Schwellenländern wie Brasilien, Argentinien oder Südkorea große Anteile.

Am schlechtesten abgeschnitten haben zuletzt Fonds, die vor allem in deutsche Staatsanleihen investieren und Überrendite durch sogenannte Trendfolge-Modelle erzielen wollen, die auf kurzfristige Marktschwankungen reagieren. "Das hat in den vergangenen zwölf Monaten nicht funktioniert, die fünf schlechtesten Fonds sind alles Trendfolger", sagt Fondsanalyst Härtel.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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