Robeco und Deka reagieren flexibel auf fallende Anleihekurse
Fondsverwalter steigen bei Euro-Renten wieder ein

Mitte Juni sah es für Kommer van Trigt so aus, als sei die Dürreperiode an den weltweiten Rentenmärkten erst einmal vorbei. "Die Zweifel am weltweiten Wirtschaftsaufschwung wuchsen, und riskantere Anlageklassen kamen unter Druck", sagt der Manager des auf Euro-Anleihen spezialisierten Robeco Lux-o-Rente. Daraufhin sandte sein Computermodell erstmals seit Januar wieder positivere Signale.

HAMBURG. Van Trigt nutzt das hauseigene Rechenmodell dazu, die optimale Zinsbindungsdauer (Duration) für seinen Fonds festzulegen. "Der Erfolg des Lux-o-Rente ist allein von unserem Durationsmanagement abhängig", betont der Robeco-Manager.

Nach den positiven Vorgaben im Juni positionierte van Trigt das Portfolio zunächst um, die durchschnittliche Duration der enthaltenen Papiere stieg von eineinhalb Jahren auf drei Jahre. Nach weiteren Computersignalen ist sie mittlerweile aber wieder auf das ursprüngliche Niveau gesunken. "Das Umfeld für Anleihen bleibt weiter schwierig", sagt van Trigt. Für die USA, Europa und Japan erwartet er zunächst noch steigende Zinsen, die gleichbedeutend mit fallenden Anleihekursen sind.

Bisher konnte sich der Robeco Lux-o-Rente in diesem Umfeld gut behaupten. Als einziger der zehn größten Euro-Rentenfonds mit deutscher Vertriebszulassung hat er in den vergangenen zwölf Monaten zum Stichtag 31. Mai ein Plus erzielt. Mit einem Zuwachs von 0,62 Prozent belegt er unter allen 236 Fonds seiner Vergleichsgruppe aktuell Rang elf (siehe Tabelle).

Auf das negative Umfeld hat sich auch Martin Hochstein eingerichtet. Der Manager des mit einem Minus von 0,87 Prozent ebenfalls über dem Durchschnitt liegenden Renditdeka investiert nicht nur in Staatspapiere, sondern auch in Firmenanleihen und besicherte Schuldverschreibungen(Covered Bonds) mit kurzer Restlaufzeit. "Wir erwarten erst im vierten Quartal eine Stabilisierung des Rentenmarkts", sagt Hochstein, der aber spätestens zu diesem Zeitpunkt eine auf mittlere Sicht attraktive Einstiegsmöglichkeit sieht.

Die Tatsache, dass der Fonds der Sparkassen-Tochter Deka im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich zu den besten Schwergewichten gehört, ist Sirko Möllmann zufolge kein Zufall. "Den Renditdeka gibt es bereits seit 1968, und in der Vergangenheit hat er sich in den verschiedensten Marktphasen gut behauptet", sagt der Rentenfonds-Analyst der Berliner Weberbank. Doch auch der Robeco Lux-o-Rente ist für Möllmann in seiner Kategorie erste Wahl. "Dieser Fonds überzeugt vor allem in fallenden Märkten und bietet daher mehr Sicherheit als der Renditdeka", sagt er. Auf jeden Fall biete das erreichte Zinsniveau für längerfristig orientierte Anleger eine interessante Einstiegsmöglichkeit.

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