Schwedischer Investor
Aktivisten-Fonds Cevian entdeckt Deutschland

Cevian Capital gilt als aktivistischer Anteilseigner und versucht, über eine Minderheitsbeteiligung Einfluss auf die Strategie unterbewerteter, börsennotierter Firmen zu nehmen. Jetzt nimmt der schwedische Fonds Deutschland ins Visier.

FRANKFURT. Der schwedische Aktivisten-Fonds Cevian Capital nimmt Deutschland ins Visier. „Wir haben kürzlich eine Milliarde Euro in Deutschland investiert“, sagte Cevian-Mitgründer Lars Förberg dem Handelsblatt. „Wir gehen definitiv davon aus, dass wir hier weitere Investitionen tätigen werden.“

Cevian Capital gilt als aktivistischer Anteilseigner und versucht, über eine Minderheitsbeteiligung Einfluss auf die Strategie unterbewerteter, börsennotierter Firmen zu nehmen. Schon alleine Gerüchte über den Einstieg des Investors bei einer Gesellschaft ließen in der Vergangenheit die Kurse der Unternehmen kräftig steigen. Der Cevian-Fonds ist revolvierend strukturiert, was dafür sorgt, dass konstant Eigenkapital vorhanden ist. Investoren binden ihre Mittel für jeweils drei Jahre, derzeit sind 3,2 Mrd. Euro eingezahlt.

Cevian ist nach eigenen Angaben unter anderem bei dem finnischen Maschinenbauer Metso, dem Telekom-Konzern Teliasonera sowie dem schwedischen Lkw-Hersteller Volvo engagiert. Mit dem Versuch, bei Volvo einen Aufsichtsratsposten zu ergattern, scheiterten die Schweden allerdings zuletzt. Cevian selbst sieht sich als langfristiger Investor und verzichtet eigenen Aussagen zufolge bei Käufen auf hohe Fremdfinanzierungsanteile zur Steigerung der Eigenkapitalrendite („Leverage“). Bei Volvo und Teliasonera konnte der Fonds seit dem Einstieg vor gut einem Jahr mit rund 50 beziehungsweise etwa 30 Prozent kräftige Kursgewinne verbuchen.

Der 2002 gegründete Finanzinvestor engagiert sich in der Regel nur bei rund einem halben Dutzend Firmen gleichzeitig. „Die klassische Portfolio-Strategie ist, dass man diversifiziert, um das Risiko zu senken – wir sehen das genau umgekehrt“, sagte Förberg.

Wo die Schweden jüngst ihr Geld in Deutschland angelegt haben, ließ der Manager offen. In Deutschland gebe es viele unterbewertete Unternehmen mit Potenzial. Klar ist aber, dass die Beteiligungen – es könnte theoretisch auch nur eine sein – jeweils unter drei Prozent liegen. Andernfalls hätte Cevian sein Aktienpaket offiziell vermelden müssen.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent
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