Small-Cap-Fonds erfolgreich
Britische Fonds setzen auf deutsche Nebenwerte

Auch mit Firmen mit geringer Marktkapitalisierung lässt sich bei Fonds gut verdienen. Dies bewies der Threadneedle Pan European Smaller Companies, der sich an die Spitze der europäischen Aktienfonds für Nebenwerte setzen konnte. Besonders deutsche Titel sind derzeit beliebt.

HAMBURG. „Von den jüngsten Kursgewinnen an den europäischen Börsen profitierten Unternehmen mit sehr geringer Marktkapitalisierung stärker als die mittelgroßen Aktiengesellschaften“, sagt Philip Dicken. Damit erklärt der Manager des Threadneedle Pan European Smaller Companies, warum sein Fonds im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von auf europäische Nebenwerte spezialisierten Aktienfonds auf Rang eins fast zehn Prozentpunkte besser abgeschnitten hat als der Threadneedle European Smaller Companies auf Rang zehn, den er als Co-Manager verantwortet (Tabelle).

Während sich im Portfolio des Zehntplatzierten Titel mit einem Börsenwert von durchschnittlich rund zwei Mrd. Euro wiederfinden, liegt dieser Wert beim Spitzenreiter nur halb so hoch. „Das liegt daran, dass sich die Fonds in ihren Volumina erheblich unterscheiden“, sagt Dicken. Sein Fonds könne viel stärker auf aussichtsreiche Pioniere setzen als der fast zehnmal größere Schwesterfonds, der dafür krisenfester sei.

Dennoch befinden sich in beiden Fondsportfolios zu etwa 45 Prozent die gleichen Titel. Schließlich verfolgen sie die gleiche Anlagestrategie, die Dicken wie folgt beschreibt: „Wir suchen nach günstig bewerteten Wachstumswerten.“ Dabei bevorzugt er Nischenanbieter, die mit ihren Alleinstellungsmerkmalen die Macht besitzen, Preise zu setzen statt sie vom Wettbewerb diktiert zu bekommen.

Die Koexistenz der beiden Produkte erklärt sich durch ihre Entstehungsgeschichte. Der Threadneedle European Smaller Companies wurde 1997 als Ergänzung für britische Anleger aufgelegt. Daher investiert dieser Fonds in alle europäischen Länder außer Großbritanniens. Vor anderthalb Jahren folgte dann das paneuropäische Gegenstück, in dem auch britische Nebenwerte zu finden sind.

Mit diesen regionalen Abweichungen will Dicken den deutlichen Renditeunterschied aber nicht erklärt wissen. „Wenn wir ein interessantes Unternehmen finden, interessiert es uns nicht, aus welchem Land oder Sektor es stammt“, sagt er. In seinem Portfolio findet Dicken derzeit deutsche Titel attraktiv. Besondere Aufmerksamkeit schenkt er Industrieunternehmen.

Eine ganz andere Marktmeinung vertritt Geoff Oldfield. Der Manager des Ennismore European Smaller Companies hält viele europäische Kleinunternehmen für überbewertet und arbeitet deshalb auch mit Leerverkäufen. „Auf lange Sicht haben die derzeit hohen Kurse keinen Bestand“, sagt er. In den vergangenen zwölf Monaten allerdings fuhr Oldfield mit dieser Strategie einen Verlust von 0,91 Prozent ein.

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