Solaraktien
Favoritenwechsel bei alternativen Energien

Die Aktienkurse von Erneuerbare-Energien-Unternehmen, allen voran Titeln aus der Solarbranche, sind in den vergangenen Jahren mit teils dreistelligen Zuwachsraten gestiegen. Und die Fondsmanager sehen nach der Rally der Solaraktien neue Anlagechancen in den Segmenten Geothermie und Biomasse.

HB BONN. Die Aktienkurse von Erneuerbare-Energien-Unternehmen, allen voran Titeln aus der Solarbranche, sind in den vergangenen Jahren mit teils dreistelligen Zuwachsraten gestiegen. Doch nach wie vor schätzen Finanzexperten das Risiko einer Überhitzung als gering ein. Zwar könne es kurzfristig zu Kurskorrekturen in der Solarbranche kommen, mittel- bis langfristig spreche aber alles für attraktive Kurschancen in der Branche.

Die weltweite Energienachfrage steige rasant und sei nicht allein durch fossile Energieträger oder Atomkraft zu stillen, sagt Olaf Martin, Portfoliomanager bei Vontobel Asset Management. Überdies seien Wind-, Wasser-, Bio- und Solarenergie sowie Erdwärme wichtig für den Klimaschutz. „An ihnen führt kein Weg vorbei“, meint Martin. Alternative Energien seien zudem wichtig, um die Abhängigkeit von Ölimporten und politisch instabilen Regionen zu senken, sind sich Fachleute einig. „Es wäre sträflich, hierauf nicht ein gewaltiges Augenmerk zu legen“, sagt Rüdiger von Rosen, Geschäftsführer des Deutschen Aktieninstituts.

Allerdings schauen sich Portfoliomanager nach dem Boom der Solaraktien inzwischen nach neuen Favoriten um. Im Bereich Geothermie, Biomasse und Biokraftstoffe entstünden viele Firmen, die neue Investmentchancen böten, sagt Karl-Heinz Brendgen, geschäftsführender Direktor von Ökoworld Lux. „Großes Potenzial besteht auch beim Thema Energieeffizienz“, sagt Gerhard Wagner von UBS Deutschland. An der Börse werde dieses Thema noch nicht gespielt, obwohl Energieeffizienz der erste Schritt zur Senkung des Ölbedarfs sei. „Wenn die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen, kann der Boom in den nächsten fünf Jahren weitergehen.“ Nicht nur Technikfirmen böten attraktive Chancen, sondern auch Firmen, die energieeffizienter arbeiteten als Wettbewerber oder energieeffizientere Produkte anböten – auch wenn das zurzeit noch wenige Unternehmen glaubhaft täten.

Karl Fickel, Fondsmanager bei Lupus Alpha, bevorzugt Technikfirmen wie Kabelhersteller, die dauerhaft vom Trend zu neuen Energien profitieren. Dazu zählt er auch Hersteller von Wärmedämmung oder Wärmepumpen, mit denen in der Schweiz bereits 60 Prozent aller Neubauten ausgestattet seien. Ähnlich handelt die Schweizer Bank Sarasin. Ihr Erneuerbare-EnergienFonds investiert auch in den Großküchenhersteller Rational, dessen Küchen deutlich weniger Energie brauchten als andere Fabrikate und stark nachgefragt würden, erläutert Sarasin-Direktor Andreas Knörzer.

Knörzer erwartet aber auch für Solarfirmen weitere Zuwächse. Anders als zu Hochzeiten der New-Economy-Blase die Internetfirmen hätten die Solaranbieter oft ein gut entwickeltes Geschäft und erzielten Gewinne. Zukunftsfelder seien der Export und solarthermische Kraftwerke in heißen Regionen.

Skeptischer ist Frank Fiesinger, Dachfondsmanager bei Warburg Invest. Da inzwischen auch konventionelle Energiefonds in Solaraktien investierten, sei kurzfristig kaum mit großer Nachfrage zu rechnen. Angesichts sehr hoher Kurse habe er seine Beimischungen abgebaut. Vorsicht sei auch geboten, weil die Firmen vor dem

Wachstum stünden, das enorme Wachstum zu managen.

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