Staatsanleihen
Globale Fonds polieren die Rendite auf

Schuldverschreibungen von Industrienationen aus dem Euro-Raum oder Nordamerika gelten als sicher. Mehr Chancen bietet die Beimischung von Schwellenländer-Papieren, beispielsweise aus Südamerika. Damit steigt allerdings auch das Risiko, die Investition zu verlieren.
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FRANKFURT. Rund um den Globus steigen die Staatsschulden rasant. Bei vielen Anlegern, die Staatsanleihen im Depot haben, tauchen dadurch Fragen auf - zum Beispiel, ob die Ausgabenprogramme und das billige Geld, das die Zentralbanken in die Finanzsysteme pumpen, die Inflation anheizen. Das wäre Gift für Staatsanleihen, zumal viele Zinspapiere derzeit nur magere Renditen abwerfen. Die meisten Strategen geben aber Entwarnung. Sie fürchten in nächster Zeit keinen massiven Anstieg der Teuerungsraten.

"Wer die Krise hat, braucht Inflation nicht zu fürchten", bringen es die Zinsstrategen der Commerzbank auf den Punkt. Gemeint ist damit: Dass sich die Konjunktur nur langsam erholt, ist ein Faktor, der die Gefahr höherer Teuerungsraten dämpft. Aktuell ist von einer Inflation ohnehin nichts zu spüren. Im Gegenteil: Im Jahresvergleich sinken die Verbraucherpreise seit Monaten im Euro-Raum leicht und in den USA sogar deutlich.

Bei den Kursen der Staatsanleihen aus diesen Regionen gab es in den vergangenen zwölf Monaten keine größeren Rückschläge, obwohl sich die Zinspapiere dieser Staaten seit dem Sommer 2008 sehr gut entwickelt haben. Das liegt daran, dass Anleihen von Industrienationen mit Blick auf das Ausfallrisiko als sehr sicher gelten - ein Pluspunkt gerade in Krisenzeiten. Nach der Lehman-Pleite im vergangenen Jahr wurden "Fonds für Staatsanleihen sogar oftmals als sicherer als Geldmarktfonds angesehen", sagt André Härtel, Fondsanalyst bei Feri Euro Rating Services.

Die Top-Performer der Rentenfonds erzielen zweistellige Renditen Die gute Performance von Staatsanleihen schlägt sich auch in der Entwicklung der globalen Staatsanleihe-Fonds nieder. Im Schnitt erwirtschafteten sie laut Analysehaus Lipper in den vergangenen zwölf Monaten Erträge von 8,3 Prozent. Die Top-Performer brachten es sogar auf Ergebnisse weit über 20 Prozent (siehe Tabelle).

Dabei bieten global agierende Rentenfonds mit Schwerpunkt Staatsanleihen vergleichsweise größere Chancen, aber auch höhere Risiken als Fonds, die sich ausschließlich auf Schuldner aus dem Euro-Raum konzentrieren. Das liegt zum Beispiel daran, dass sie Währungspositionen eingehen und an Wechselkursveränderungen verdienen, aber damit auch Verluste einfahren können. Zudem mischen global ausgerichtete Fonds ihren Portfolios häufig auch Anleihen aus Schwellenländern bei. Die Kurse dieser Papiere legten in Hinblick auf die weltweit besseren Konjunkturaussichten in diesem Jahr besonders stark zu.

Ein Beispiel für das große Anlagespektrum globaler Rentenfonds ist der Templeton Global Bond Fund - mit einem Volumen von über acht Mrd. US-Dollar der größte Fonds seiner Kategorie. Der Fonds ist mit 17 Prozent besonders stark in Indonesien investiert. Aber auch Papiere aus Mexiko, Polen, Brasilien und Russland finden sich im Depot. Der Templeton Global Total Return Fund, der auf Platz drei der Auswertung liegt, streut die Anlagen sogar noch breiter.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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