Subprime-Krise
Société Générale rettet Fonds

Die französische Großbank Société Générale wird stärker in den Strudel der Finanzkrise gezogen. Als eine der bedeutendsten Finanzinstitute Frankreichs musste die Bank nun einem Fonds unter die Arme greifen. Die Hintergründe sind komplex.

PARIS. Am Montag gab Frankreichs nach Börsenwert zweitgrößte Bank an, die Aktiva eines außerbilanziellen Anlage-Vehikels (Structured Investment Vehicule, kurz SIV) in die eigene Bilanz aufzunehmen. Die so genannte "Premier Asset Collaterised Entity“, kurz PACE, wies Ende November Aktiva im Wert von 4,3 Mrd. Dollar aus.

Die Bank begründete die Übernahme der Wertpapiere dieses außerbilanziellen Fonds mit den schwierigen Marktbedingungen. Durch die Übernahme der Aktiva verringert sich das Eigenkapital der Bank um fünf Basispunkte; Ende September lag es bei einer Quote von 7,7 Prozent (Tier One).

Im Zuge der US-Hypothekenkrise scheuen weltweit Anleger Aktiva wie mit Hypotheken besicherte Anleihen. In der Folge der Vertrauenskrise finden auch Kredit-Papiere mit guten Sicherheiten nur noch sehr schwer Käufer.

Von dieser Marktaustrocknung sind vor allem außerbilanzielle Investmentvehikel wie die SIV betroffen. Sie kaufen langfristige, mit Aktiva besicherte Anleihen, und finanzieren diese Investments durch die Ausgabe kurzlaufender Papiere, den sogenannten Commerical Papers. Auch HBCS Holdings und die Rabobank haben bereits Aktiva von ihren SIV in die eigene Bilanz aufgenommen, um Notverkäufe zu vermeiden.

Denn auch das Vehikel PACE der Société Générale droht von Moody’s im Zuge einer Überprüfung solcher Fonds abgestuft zu werden, was die Refinanzierung verteuert. Insgesamt nimmt Moody’s gerade die Ratings solcher Fonds mit einem Gesamtvolumen von 105 Mrd. Dollar unter die Lupe. Die französische Bank zeigte sich dennoch zuversichtlich, da die Qualität der übernommenen Papiere gut sei.

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