Überblick
Indexfonds – Chancen und Risiken

Ständig drängen weitere Indexfonds auf den Markt. Worauf Anleger bei der Auswahl achten sollten.

Konstruktion: Indexfonds werden passiv gemanagt. Statt aktiv Aktien oder Anleihen zu kaufen oder zu verkaufen, um eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, bilden sie Indizes wie den Dax oder Euro Stoxx 50 ab. Mit Indexfonds kauft der Anleger also den jeweiligen Marktdurchschnitt. Sie laufen in der Regel endlos und sind als Sondervermögen selbst bei Insolvenz des Anbieters geschützt. Indexzertifikate dagegen sind Schuldverschreibungen des Emittenten, deren Rückzahlung wie bei jeder anderen Forderung ausfallen kann. Zudem können die Anbieter selbst bei Endloszertifikaten das Papier nach Ablauf einiger Jahre kündigen. Wenn die Kündigung in eine Phase mit sinkenden Kursen fällt, kann der Anleger viel Geld verlieren.

Gebühren: Da sich das aktive Management erübrigt, sind Indexfonds in der Regel kostengünstiger als aktiv gemanagte Investmentfonds. Besonders niedrig sind die Gebühren bei Exchange Traded Funds (ETF), weil sie an der Börse gehandelt werden. Statt eines Ausgabeaufschlags von 1,0 bis 5,0 Prozent fällt im Börsenhandel lediglich ein Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis) von 0,2 bis 2,0 Prozent an. Die jährliche Gebühr liegt in der Regel zwischen 0,1 und 0,8 Prozent. Bei aktiv gemanagten Fonds ist die Spanne für die Jahresgebühr bis zu dreimal so hoch. Je enger und exotischer der Indexfonds zugeschnitten ist, desto höher sind die jährlichen Gebühren und der Spread. Ihre Kostenvorteile können ETFs demnach am besten bei den Standard-Indizes wie etwa dem MSCI Europa ausspielen.

Risiken: Insbesondere Branchen-ETFs entsprechen häufig nicht dem Idealbild eines breit aufgestellten Index. Stattdessen kauft der Anleger einen Aktienkorb, der von drei, vier großen Aktien dominiert wird. Schwächeln diese Werte, sackt der Index schnell ab. Anleger sollten daher genau prüfen, wie sich der Index zusammensetzt. Ebenso riskant sind ETFs, die nur sporadisch an der Börse gehandelt werden. Ist der Umsatz zu gering, steigt die Gefahr, dass Käufer und Verkäufer keinen fairen Preis erhalten. Es empfiehlt sich daher, vor dem Kauf einen Blick in die Handelsstatistiken der Fondsbörsen zu werfen.

Innovationen: Bis vor wenigen Jahren hatten aktiv gemanagte Investmentfonds und die klassischen Index-ETFs wenig gemein. Mittlerweile verwischen allerdings die Grenzen. Statt einen Index pur abzubilden, verändern die ETF-Anbieter die Zusammensetzung des Portfolios mit unterschiedlichen Strategien. So gewichten die Macher des FTSE Rafi Europe von Lyxor die Einzelwerte nach fundamentalen Kriterien wie beispielsweise Dividende oder Buchwert. Ein anderer Trend sind Index-ETFs, die mit Derivaten arbeiten. So bietet die Deutsche Bank beispielsweise den ShortDax ETF, mit dem Anleger von fallenden Kursen am deutschen Aktienmarkt profitieren können.

Die Produktneuheiten ermöglichen Anlegern zwar neue Anlagestrategien, allerdings sind sie nicht frei von Fallstricken. So sind einige der Konzepte noch nicht in der Praxis erprobt. Der Anleger muss sich also darauf verlassen, dass die Indexmodifikation auch erfolgreich ist. Damit ist er aber ähnlich von Personen oder Computerprogrammen abhängig wie bei einem aktiv gemanagten Fonds. Ebenso ungewiss ist, ob der Gebührenaufschlag gegenüber einem klassischen Index-ETF durch einen entsprechenden Mehrertrag gerechtfertigt wird. Wegen dieser Unwägbarkeiten macht es Sinn, den Praxistest der neuen ETFs abzuwarten.

Steuern: Wer bis Ende 2008 einen Indexfonds kauft, kann die Kursgewinne nach Ablauf von zwölf Monaten Spekulationsfrist noch steuerfrei kassieren. Indexzertifikate dagegen genießen im Herbst kommenden Jahres keinen Bestandsschutz mehr. Für Zertifikate und Fonds gilt ab Januar 2009 die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

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