Union Investment mahnt Deregulierung an
Großinvestoren vergeben Renditechancen

Die deutschen institutionellen Anleger sind zu risikoscheu. Aber auch zu strenge Regeln bei internen und externen Anlagevorschriften verhindern ein optimales Investment. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie von Union Investment in Zusammenarbeit mit Roland Berger Market Research.

ina HB FRANKFURT. Beratungshäuser wie Faros Consulting, die institutionelle Anleger bei der Auswahl ihrer Asset-Manager unterstützen, bestätigen die Resultate.

Einbezogen waren 200 Großinvestoren wie Banken, Pensionskassen, Firmen und Stiftungen mit einem Gesamtvermögen von 1 220 Mrd. Euro. Die Beschreibung der Investmentkultur institutioneller Anleger erfolgte anhand verschiedener Indikatoren, die in einen Index einflossen. Rüdiger Ginsberg, Vorstandssprecher der zur genossenschaftlichen Bankengruppe gehörigen Union Investment, zeigte sich unzufrieden mit den Ergebnissen der Umfrage. „In einem Marktsegment, in dem ausschließlich professionelle Anleger agieren, hätten wir ein höheres Ergebnis erwartet“, sagte er. Ginsberg registriert beim Blick nach vorn „noch erheblichen Handlungsbedarf“.

Entscheidend für das mäßige Ergebnis ist die Einstellung zum Risiko. Die klare Mehrheit von 86 Prozent der Anleger bezeichnet sich als risikoscheu. Nur 14 Prozent der Befragten gehen bewusst höhere Risiken bei der Kapitalanlage ein. Der im Union-Vorstand für das institutionelle Geschäft zuständige Alexander Schindler sieht ein „erhebliches Defizit“. Ein übertriebenes Sicherheitsbedürfnis trete hinter der Suche nach Renditeoptimierung zurück. Es sei ein Fehler, die mit höheren Risiken verbundenen Chancen nicht zu nutzen. „Dies gilt insbesondere im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld“, sagte Schindler.

Interne und externe Anlagevorschriften bestärken laut Union die Risikoscheu. Das sei beispielsweise der Fall, wenn interne Anlagevorschriften einem Institutionellen Aktien verbieten würden. Unter externe Vorgaben falle etwa die Derivateverordnung mit ihren Vorgaben für den Einsatz von innovativen Produkten im Portfolio. Bei einer Lockerung von Regeln würden die Investoren nach eigenen Angaben die Rendite um jährlich 2,9 Prozentpunkte steigern können. Union-Vorstand Schindler rief deshalb dazu auf, nach Spielräumen für Deregulierung zu suchen.

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