Unterschiedliche Strategien machen Investmentklasse flexibel
Diffuses Gebaren verunsichert Investoren

Hedge-Fonds sind umstrittener denn je: Nachdem TCI-Hedge-Fonds-Manager Christopher Hohn fast im Alleingang die Führungsspitze der Deutschen Börse geschasst hat, steht die ganze Branche – zumindest hier zu Lande – heftig unter Beschuss.

Aber auch die durch Spekulationen mit den auf „Ramsch“-Status herabgestuften GM-Anleihen ins Schlingern geratenen Hedge-Fonds wecken üble Erinnerungen an den Crash des LTCM-Fonds. Dessen Pleite brachte vor Jahren um ein Haar das gesamte Finanzsystem zum Einsturz. Vor der Intransparenz der Fonds hat selbst Timothy Geithner, Chef der New Yorker Notenbank, Respekt: Die Anlageklasse mache das Finanzsystem schwer durchschaubar, so Geithner. Ein Unbehagen ist also spürbar.

Dabei sind Hedge-Fonds schon seit Jahrzehnten am Markt aktiv. Vor rund 60 Jahren legte der Amerikaner Alfred W. Jones den ersten Hedge-Fonds, einen so genannten Long-/Short-Aktien-Fonds, auf. Jones nutzte erstmals fundamentales Wissen aus der Aktienanalyse, um mit seinem Fonds auch auf sinkende Kurse (Leerverkäufe) spekulieren zu können. Doch auch die Handelsabteilungen von Banken, Versicherungen, Pensionskassen oder Stiftungen verfolgen bereits seit langem solche alternative Strategien.

Tendenziell werden bei Arbitrage-Strategien, also dem Ausnutzen von Kursunterschieden zum Beispiel zwischen Aktien und Anleihen des gleichen Emittenten, Derivate von den Managern eingesetzt, weil dies Liquiditäts- oder Kostenvorteile bringt. Seltener nutzen sie Derivate, die auf die Strategien Distressed Debt (Not leidende Anleihen), Merger Arbitrage oder Emerging-Markets-Anleihen setzen.

Das Risiko, das diese modernen Kapitalsammelstellen eingehen, hängt wesentlich von der Kreditfinanzierung (Leverage) ab, deren Höhe die Investment-Strategie bestimmt.

Strategien mit geringem Risiko – etwa Arbitrage – verwenden Fremdkapital, um ein bestimmtes Rendite-/Risikoprofil zu erzielen. Long-/ Short-Equity-Manager ziehen in der Regel nur wenig Fremdkapital heran, weil die Strategie in sich bereits von einer speziellen Rendite-/Risikokonstellation geprägt ist.

Leverage ist übrigens auch in vielen anderen Branchen üblich. So sind Banken meist in Verhältnis zehn zu eins „geleveraged“. Es sind also nur zehn Prozent der Passiva Eigenkapital, der verbleibende Bilanzteil setzt sich aus Fremdkapital und hybriden Finanzierungsformen zusammen.

Im Vorhinein zu glauben, man könne ein Risiko 100-prozentig beherrschen, ist nicht nur ein Irrglaube, sondern widerspricht auch dem Grundgedanken jedes wirtschaftlichen Handelns. Der Ertrag, den etwa ein breit gestreutes Anlageportfolio bringt, ist immer als „Prämie“ für die eingegangen Risiken zu interpretieren.

Im Vergleich mit konventionellen Anlagen dominieren bei Hedge-Fonds operationale Risiken. So ist zum Beispiel das Abwickeln komplexer Strukturen oder deren richtiges Bewerten eine Herausforderung. „Klassische“ Risikomaße wie die Standardabweichung bieten hier kein zufrieden stellendes Maß für die Risiko-Bewertung. Mit einem erfahrenen Manager, ausgereiften Risikomanagement-Tools und konsequentem Manager-Monitoring können die oft fälschlich als reines „Risiko-Investments“ verkannten Hedge-Fonds aber beweisen, was wirklich in ihnen steckt: Auf Grund ihres besonderen Risikoprofils, das sie von anderen Anlagen unterscheidet, können sie sogar das Gesamtrisiko eines Kundenportfolios glätten.

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