US-Börsenaufsicht entscheidet über Informationspflicht
SEC will mehr Publizität bei Fonds

Die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC will dafür sorgen, dass Investmengesellschaften die Anleger besser über Fonds informieren. Bis Oktober plant die SEC dafür über eine neue Vorschrift zu entscheiden, die Investmentfonds in ihrer Werbung zu mehr Informationen über ihre Performance verpflichtet.

HB/Blo WASHINGTON. Das erklärte Paul Roye, Direktor des Bereichs Investment Management bei der SEC, gegenüber Bloomberg. Ein zweiter Vorschlag für eine Regel, die die Investmentfonds zwingt, ihre Kosten deutlicher zu machen und die Zusammensetzung ihrer Portfolios jedes Quartal zu veröffentlichen, steht laut Roye einen Monat später zur Abstimmung an.

Anleger hatten kritisiert, dass die Fonds während des Internet-Booms Ende der 90er Jahre ihre Performance zu positiv darstellten und nur ungenügend über Kosten informierten. Die republikanischen Abgeordneten Michael Oxley aus Ohio und Richard Baker aus Louisiana haben die SEC darauf hin gedrängt, neue Vorschriften einzuführen, die den Anlegern bessere Informationen über Gebühren, Strategien und Management der Fonds sichern.

Die vorgeschlagene Werberegelung würde Investmentfonds verpflichten, in ihren Anzeigen darauf hinzuweisen, wie Anleger Informationen über die aktuelle Performance und die Gebühren abrufen können. Zahlreiche Fonds stellen ihre besten Wertentwicklungen heraus, die aber schon einige Jahre zurückliegen können. Fondsgesellschaften, die alte Daten verwenden, müssten den entsprechenden Zeitraum deutlicher machen. Außerdem erhielten die Fonds größere Flexibilität bei der Werbung für ihre Portfolios. Bisher müssen sie sich bei ihrer Werbung auf den Inhalt des Fondsprospektes beschränken.

Hinsichtlich der Offenlegung sollen die Investmentfonds, so der zweite Entwurf, jedes Quartal ihre kompletten Portfolios an die SEC melden und die Informationen ins Internet stellen. Dafür hätten sie 60 Tage Zeit. Um das Volumen der Fondsberichte zu verringern, sollen nur Positionen veröffentlicht werden, die mindestens ein Prozent des Fondskapitals ausmachen. Außerdem müssten die Fonds die tatsächlichen Gebühren bekannt geben, die für eine hypothetische Anlage von 10 000 US-Dollar in den letzten sechs Monate angefallen wären.

Roye machte keine Angaben darüber, ob die endgültigen Vorschriften von den derzeitigen Vorschlägen abweichen werden. Der Branchenverband Investment Company Institute unterstützt beide Vorschläge in ihrer ursprünglichen Form. „Beide Regelungen sind gut für Anleger“, erklärte ICI-Sprecher John Collins.

Der Kongressausschuss für Finanzdienstleistungen hatte im Juli eine Gesetzesvorlage beschlossen, die Investmentfonds zu größerer Offenheit bei den Gebühren verpflichtet und die Interessenkonflikte von Fondsmanagern begrenzt. Der Ausschuss hat der SEC eine Frist bis zum 1. Oktober gesetzt, um über ihre Fortschritte bei der Publizität von Fonds zu berichten.

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