US-Hypothekenkrise
Top-Hedge-Fonds brechen ein

Die Turbulenzen an den Kreditmärkten trennen die Spreu vom Weizen bei den Geldverwaltern: Hedge-Fonds mussten in der letzten vollen Handelswoche im Juli weltweit die zweitschlechteste Wertentwicklung seit vier Jahren verkraften. Doch die aktuellen Verwerfungen, die vom Markt für riskante US-Hypotheken ausgingen, haben nicht nur große Verlierer, sondern auch große Gewinner hervorgebracht.

LONDON. Mit ihrem bekanntesten Hedge-Fonds hat die Investmentbank Goldman Sachs derzeit keinen Erfolg. Seit Jahresbeginn hat der Global Alpha Fonds der Bank nach Informationen aus Finanzkreisen rund 16 Prozent verloren. Allein in den hektischen Tagen Ende Juli, Anfang August sackte der Flaggschifffonds noch einmal um mehrere Prozentpunkte ab. Der von Mark Carhart und Raymond Iwanowski gemanagte Goldman-Fonds hatte nach mehreren Jahren mit hohen Renditen die Anleger bereits 2006 mit einem Verlust von rund sechs Prozent enttäuscht.

Global Alpha wurde 1995 gegründet und gilt mit einem verwalteten Vermögen von etwa neun Mrd. Dollar als einer der prominentesten Hedge-Fonds. Dieses Prädikat kann auch der AHL Diversified Futures Fund der weltgrößten börsennotierten Hedge-Fonds-Gesellschaft Man Group für sich in Anspruch nehmen. AHL zählt ebenfalls zu den prominenten Opfern der jüngsten Verwerfungen an den Kapitalmärkten und verlor in der Woche bis zum 27. Juli 6,7 Prozent an Wert. Insgesamt mussten die Hedge-Fonds in der letzten vollen Handelswoche im Juli weltweit die zweitschlechteste Wertentwicklung seit vier Jahren verkraften. Der Index des Informationsdienstes Hedge Fund Research (HFR), einer der am meisten beachteten Maßstäbe für den Anlageerfolg der spekulativen Fonds, verlor vom 23. bis zum 27. Juli mehr als drei Prozent.

Grund waren die extremen Kursausschläge an den Finanzmärkten infolge der sich immer weiter ausbreitenden Krise an den internationalen Kreditmärkten. Noch schlechter schnitten die Hedge-Fonds nur in der Woche vom 26. bis zum 30. März dieses Jahres ab, als der HFR-Index um 3,4 Prozent einbrach, weil an den Weltbörsen eine plötzliche Verkaufswelle einsetzte. Damals hatten zahlreiche Investoren den spekulativen Fonds vorgeworfen, dass sie nicht genug Schutz gegen einen Einbruch an den Aktienmärkten bieten würden. Hedge-Fonds können auch bei fallenden Kursen Gewinne erzielen. Anleger erwarten deshalb von ihnen stabile Renditen, unabhängig von der aktuellen Lage am Kapitalmarkt. Im gesamten Monat Juli traten die Hedge-Fonds den Daten des Indexanbieters MSCI zufolge mit einer Wertentwicklung von 0,01 Prozent quasi auf der Stelle, während die Weltbörsen um 2,8 Prozent nachgaben.

Doch die aktuellen Verwerfungen, die vom Markt für riskante US-Hypotheken ausgingen, haben nicht nur große Verlierer, sondern auch große Gewinner hervorgebracht. Hedge-Fonds, die sich früh auf die so genannte Subprime-Krise eingestellt haben, bescherten den Investoren in diesem Jahr teilweise dreistellige Renditen. Wetten auf weitere Verluste bei Subprime-Hypotheken in den USA bescherten dem Credit Opportunities Fund der New Yorker Hedge-Fondsgesellschaft Paulson Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge für die ersten sieben Monate diesesJahres ein Plus von 303 Prozent. Der von Dallas aus gemanagte Subprime Credit Strategies Fund von Hayman Capital Partners verbuchte sogar Gewinne von 305 Prozent.

Zwei weitere Paulson-Fonds, die in fusionierende Unternehmen beziehungsweise in Unternehmen in Sondersituationen wie Ausgliederungen oder Insolvenzen investieren, haben seit Jahresanfang 43 bis 60 Prozent gewonnen. Beide Fonds haben ebenfalls auf weitere Verluste bei Subprime-Hypotheken gesetzt.

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