US-Universitäts-Stiftungsfonds
Stiftungen machen satte Gewinne

Der Stiftungsfonds der Universität Yale preschte auch im letzten Geschäftsjahr seinen großen US-Konkurrenten davon. Chef David Swensen brachte es in den zwölf Monaten per Ende Juni 2005 auf einen Wertzuwachs von 22,3 Prozent.

FRANKFURT. Größer als das Yale-Portfolio ist nur noch der Stiftungsfonds der Universität Harvard in Cambridge, Massachusetts. Aber dessen Leiter Jack Meyer musste sich Swensen mit 19,2 Prozent geschlagen geben.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Mega-Portfolios und damit der traditionsreichsten US-Universitäten erhielt im vergangenen Jahr eine pikante Note, weil Meyer sich nach 15 Dienstjahren verabschiedete. Er nahm im Herbst seinen Hut und machte mit 30 seiner Kollegen einen eigenen Hedge-Fonds auf. Meyer war gar nicht einverstanden mit seiner Honorarkürzung. Die Universität zahlte ihm nur noch sechs Mill. Dollar, nachdem er im vorhergehenden Geschäftsjahr 7,2 Mill. Dollar eingestrichen hatte.

Die Kürzung sollte der Kritik überzogener Gehälter den Wind aus den Segeln nehmen. Das gesamte Leitungsteam von sechs Führungskräften einschließlich Meyer erhielt 56,8 Mill. Dollar. Das war 28 Prozent weniger als im Vorjahr. Swensen kommt zwar nur auf rund eine Mill. Dollar. Allerdings geht Harvard das Thema Geldanlage völlig anders an als Yale. Die Uni investiert in Eigenregie und unterhält deshalb ein eigenes Managerteam, während Swensen auf die Expertise fremder Häuser vertraut und seine Kunst in der Auswahl der fähigsten Verwalter beweist.

Harvard reagierte prompt auf den Ausstieg Meyers und engagierte einen ebenso renommierten Nachfolger. An Bord ist jetzt Mohamed El-Erian, der bei der Allianz-Tochter Pimco in Newport Beach der Top-Mann für Schwellenländeranleihen gewesen war.

Auch bei anderen Stiftungsfonds gab es Meldungen über Ausstiegspläne. Swensen dagegen dürfte der Fels in der Brandung bleiben. Bei jeder Gelegenheit unterstreicht er seine Verbundenheit mit Yale. Die Uni kann zufrieden sein. Ein Statistiker hat ausgerechnet, was Swensens Strategie an Mehrertrag gegenüber dem Anlagedurchschnitt der US-Stiftungen einspielten, seit der heutige Star an Bord kam und mit der schlechten Performance aufräumte: Es sind über acht Mrd. Dollar.

Da können die Konkurrenten nicht mithalten, wie auch die aktuellsten vorliegenden Jahresergebnisse belegen. Der Yale-Fonds liegt mit seinem Anlageergebnis für 2005 laut einer Umfrage der Agentur Bloomberg deutlich über dem Durchschnitt der Gruppe – von rund 15 Prozent. Die schlechtesten Fonds schneiden einstellig ab.

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