US-Wertpapieraufsicht
Neue Regeln für US-Fonds

Mehr Transparenz und höhere Sicherheitspolster sollen gewährleisten, dass Anleger auch in Stress-Situationen an ihr Geld kommen. Künftig können Investoren für den Abzug von Vermögen mit Gebühren bestraft werden.

Die US-Wertpapieraufsicht (SEC) schlägt neue Regeln vor, um die Liquidität von Investmentfonds und börsengehandelten Fonds (ETFs) sicherzustellen. Ziel ist zu erreichen, dass auch bei Marktturbulenzen Sparer jederzeit ihre Anteile abziehen können. Die Regeln können vor der Verabschiedung noch öffentlich diskutiert werden, aber mit dem Vorschlag dürfte die Linie vorgegeben sein. Sie gelten nicht für Geldmarktfonds – aber in diesem Bereich hat es bereits eine Reform mit ähnlicher Zielrichtung gegeben.
Im Einzelnen ist vorgesehen, dass die Fonds jeweils ein Programm zum Management ihrer Liquiditätsrisiken beschließen, das vom Verwaltungsrat verantwortet wird. Dazu gehört, für die Wertpapiere im Fonds genaue Angaben über deren Liquidität zu machen. Gefragt ist hier, wie viele Tage es dauern würde, die jeweilige Position zu verkaufen, ohne damit den Kurs merklich zu drücken.

Vorgesehen ist eine Klassifizierung mit sechs Stufen, von zwei bis drei Tagen bis zu mehr als 30 Tagen. Es ist offensichtlich, dass diese Regel für Fonds in speziellen Marktnischen und für sehr große Fonds nachteilig wirken könnte.

Höchstgrenze von 15 Prozent an illiquiden Anlagen

Die Fonds müssen außerdem berichten, wie groß das Risiko ist, dass sie zu durch Abzüge zu Verkäufen gezwungen werden, die letztlich den Wert des Fonds beeinträchtigen; das ist also eine Art Stresstest mit bestimmten Annahmen über das Verhalten der Sparer. Ferner soll eine Höchstgrenze von 15 Prozent an illiquiden Anlagen, die bisher nur in den Richtlinien stand, später verbindlich vorgeschrieben werden. Im Vorfeld hatte es Überlegungen gegeben, diesen Prozentsatz abzusenken.

Zusätzlich können die Fonds so genannte Swing-Preise führen, das gilt allerdings nicht für ETFs. Dabei müssen sie eine Schwelle und einen Swing-Faktor festlegen und jährlich überprüfen. Daraus ergibt sich, ab welcher Höhe von Geldabzügen und mit welchem Prozentsatz der Fonds die jeweiligen Kunden mit Gebühren belasten darf, die letztlich dem Schutz der Sparer dienen, die bei der Stange bleiben.

Im Vorfeld hatte es Überlegungen gegeben, dieses Modell sogar vorzuschreiben, aber jetzt bleibt die Einführung offenbar freiwillig. In Krisen zeigt sich häufig, dass vor allem institutionelle Anleger sehr schnell reagieren und hohe Summen an Geld aus bestimmten Marktbereichen abziehen.
Nachdem die Finanzaufseher nach der großen Krise 2008 ihr Augenmerk zunächst vor allem auf Banken gerichtet hatten, schauen sie sich jetzt auch Vermögensverwalter genauer an. Deren Einfluss ist seit der Finanzkrise tendenziell gestiegen, während die Banken seither an Bedeutung für die Kapitalmärkte verloren haben. Dabei zeichnet sich aber ab, dass Bemühungen, große Vermögensverwalter als „systemwichtig“ einzustufen, im Sande verlaufen. Statt dessen sollen die einzelnen Fonds stärker beaufsichtigt werden. Wenn deren Liquidität verbessert wird, dient das nicht nur den jeweiligen Kunden, sondern könnte bei Krisen auch den Kursverfall etwas abmildern.

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