Vermögensverwalter
Was Berater leisten müssen

Die internationale Finanzkrise stellt neue Anforderungen an die Vermögensverwaltung. Längst reicht es nicht mehr, nur gute Wertpapiere zu empfehlen. Berater müssen Strategien auch gut erklären können, damit die Kunden bei ihnen anlegen.
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MÜNCHEN. Die Vemögensverwalter stehen vor neuen Herausforderungen: Angesichts der jüngsten Vermögensverluste scheuen ihre Kunden nun Anlagerisiken stärker und sorgen sich über stark schwankende Kapitalmärkte sowie immense Staatsschulden. Eine neue Qualität von Beratung scheint gefragt zu sein. "Es gibt einen Paradigmenwechsel zur Sicherheit", sagt Hans Kaspar von Schönfels, Gründer und Herausgeber des Elite Reports. Die Krise habe Lehrgeld gekostet und die Leistungen guter und schlechter Vermögensverwalter stärker herausgestellt, sagt er. Viele Reiche seien überdies älter. "Sie können sich keine Vermögenslöcher mehr leisten - sie wollen ihr Vermögen aus Respekt vor sich selbst sichern", berichtet von Schönfels.

Die Anforderungen an Vermögensberater sind gestiegen, meint auch Björn Robens, Vorstandssprecher der BHF-Bank. Berater müssten Kunden die Mega-Trends erklären können und mit ihnen Strategien entwickeln, sagt er. Das habe nichts mehr mit Einzeltitelauswahl zu tun, hier gehe es um globale Zusammenhänge. Seine Berater besprechen daher mit den Kunden die Szenarien und Strategien sehr genau - etwa "bei welchen Marktbewegungen wir wie reagieren wollen". Dann könne man, wenn nötig, rasch und deutlich agieren, Chancen wahrnehmen, aber auch Risiken verringern, erklärt Robens. "Kunden suchen einen starken Partner, der strategisch tief mit ihm die Trends an den Märkten bespricht."

Das bestätigt Andreas Brodtmann, persönlich haftender Gesellschafter bei der Hamburger Privatbank Berenberg: Kunden wollten einfache, nachvollziehbare Investitionen und Trends klar aufgezeigt bekommen. Als aktuelle Herausforderung erkennt Brodtmann, dass Kunden die alte statische Aufteilung ihres Vermögens auf Aktien, Anleihen, Liquidität und ein wenig alternative Anleihen nicht mehr reiche. Mit Blick auf drohende Inflationsgefahren "werden immer mehr Sachwerte gefragt", sagt er.

Für konservative Anleger mit hohem Anteil von Staatsanleihen dürfte das kommende Jahr zur besonderen Herausforderung werden, meint Jörg Ludewig, Unternehmensbereichsleiter Private Banking bei der Hamburger Sparkasse (Haspa). Denn die bereits niedrigen Kapitalmarktzinsen dürften kaum noch weiter sinken. Daher gelte es nun, mit Kunden über Alternativen zu sprechen. Ludewig sieht diese etwa zu einem gewissen Teil am Aktienmarkt sowie bei Wandelanleihen und Schwellenländer-Geldmarktpapieren, die von Währungsaufwertungen profitieren könnten.

Dem Thema Erhalt des Vermögens zollen Anleger wie Verwalter besonderen Respekt. Allein ein Vermögen nach Kosten, Steuern und Inflation zu erhalten, sei eine "Riesenaufgabe", sagt Robens. In fallenden Märkten hätten viele Anleger Verlust gemacht, seien ausgestiegen, aber nicht wieder zurück gekehrt, als die Märkte begannen zu steigen.

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  • @ aruba und A.S.: Sie sollten sich beide von einem seriösen, regional tätigen, nicht provisonsgeilen und fairen berater informieren lassen und dann selbst auswählen. Vielleicht wären Sie auf einer Sparkasse oder Volksbank gut aufgehoben, denn ihre befürchtungen erleben Sie hier nicht. bezahlung der banker erfolgt hier nach TVÖD, Provisionszahlungen sind marginal. Rein auf Provision arbeitende Kollegen (Deutsche Vermögensberatung, AWD, "unabhängige" Finanzdienstleister) richten ihre "beratungen" natürlich anhand ihrer Provisionen aus, sie verdienen dadurch ja kräftig mit. Deshalb lieber wieder ganz konservativ und altmodisch die ansässigen Volksbanken und Sparkassen besuchen, denn hier wird man noch seriös beraten. Denn eine Fehlberatung kann in einem Dorf schnell die Runde machen, dann ist´s aus mit zukünftigen Geschäften. Sein Gesicht zu verlieren kann sich kein Kundenberater leisten, zumal dieser ja oftmals noch in den hiesigen Vereinen engagiert ist und im Extremfall immer "greifbar" wäre... Jeder der das beste aus seinem Geld machen will, kommt um eine persönliche beratung nicht drum rum.

  • ich sehe das auch so wie aruba. Auch ich werde niemals mehr zu irgend einem berater gehen und ihm auch nichts mehr anvertrauen! Ein berater hat immer seine Provision im Hinterkopf und nicht das Wohl des Anlegers!!!

    Man sollte schon selbst aktiv werden und sein eigenes Geld verwalten. Vorerst sollte man aber die Märkte beobachten und wenigstens etwas davon verstehen. Und vor allem das Risiko verteilen.

  • Guten Tag,.... Mit Leistung hat es nicht das Geringste zu tun. Wie wollen Sie dass Leute die auf Provision bezahlt werden mit anderer Leute Kohle umgehen ?. Kaum einer dieser " Strategen " hat selber Geld in der Sache stecken. Ginge es um das eigene Geld dieser Angeber und betrueger waeren sie viel vorsichtiger. Wuerde man dem Klient dazu raten wofuer man einsteht ( nicht wofuer man bezahlt wird ) es kaemen ganz andere Dinge zur Sprache. Das Geschaeft ist so verlogen und unserioes dass sich die balken biegen. Eine halbwegs " ehrliche " beratung habe ich in 35 Jahren nicht erlebt. Meine Anschauungen haben mich wie Sie wissen den Stuhl gekostet. besten Dank

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