Wanger European Smaller Companies hat seinen Wert seit 1999 vervierfacht
Nebenwerte-Fonds hängen ihre Vergleichsindizes ab

Anders als Standardwerte stehen Aktien aus der zweiten Reihe meist nicht unter der Beobachtung zahlreicher Analysten. Dieses Informations-Ungleichgewicht eröffnet Managern von Nebenwertefonds die Möglichkeit, auf ihr Anlageuniversum zugeschnittene Indizes mit bislang unterschätzten Perlen um Längen zu schlagen.

HAMBURG. Besonders eindrucksvoll gelang dies in den vergangenen Jahren den Verantwortlichen des Wanger European Smaller Companies: Seit Januar 1999 legte der Fonds um 281,47 Prozent zu - über 130 Prozentpunkte mehr als der damals eingeführte MSCI-Europe-Small-Cap-Gross-Index. Auch in den vergangenen zwölf Monaten schlug der Fonds der US-Gesellschaft Columbia Wanger Asset Management den Index deutlich, mit einem Wertzuwachs von 33,80 Prozent führt er die Kategorie der europäischen Nebenwertefonds an (siehe Tabelle).

"Insbesondere unsere größten Positionen, die britische Schuldnerberatung Debt Free Direct sowie der irische Lebensmittelkonzern C&C-Group, haben sich in letzter Zeit sehr positiv entwickelt", begründet Wanger-Manager Andreas Waldburg-Wolfegg das gute Ergebnis. Allein der Kurs von Debt Free Direct hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt.

Obwohl das Unternehmen weiter auf Wachstumskurs ist, kommt die Aktie für Threadneedle-Manager David Dudding nicht in Frage, denn im Portfolio des Threadneedle European Smaller Companies bleiben britische Aktien komplett außen vor. Auch dieser Fonds hat den MSCI-Europe-Small-Cap-Gross-Index seit der Einführung 1999 geschlagen, mit 59 Prozentpunkten fällt der Vorsprung jedoch geringer aus als beim Wanger-Produkt. Mit aktuell 1,1 Mrd. Euro ist der Threadneedle European Smaller Companies allerdings auch fast zehnmal so groß wie das Konkurrenzprodukt.

Aus Sicht von Ansgar Guseck vom Kölner Analyseunternehmen Sauren Fonds-Research hat der Fonds für seinen Anlageschwerpunkt damit eine kritische Größe erreicht. "Bei Threadneedle hat man das Problem aber erkannt und mit der Auflage des Schwesterfonds Pan European Smaller Companies reagiert", sagt Guseck. Und dieser dürfe auch in Großbritannien anlegen.

Das Können von David Dudding bewertet Sauren Fonds-Research mit zwei von maximal drei Goldmedaillen. Für Philip Dicken, den Manager des neuen Fonds gibt es bislang kein Rating. "Der Ableger ist eine empfehlenswerte Alternative, sofern Anleger auf die erweiterte Anlageregion setzen wollen", zieht Guseck aber eine positive Zwischenbilanz. Hinsichtlich des Wanger-Produkts stehe ein abschließendes Urteil über den seit Mai 2005 verantwortlichen Fondsmanager Waldburg-Wolfegg ebenfalls noch aus.

Autorin: Claudia Lindenberg, Der Fonds

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