Weltweite Aktienmärkte
Investoren werden optimistisch

Während die Risikobereitschaft von Managern weltweit investierender Fonds steigt, setzen deutsche institutionelle Investoren auf Altbewährtes. Dies zeigen zwei neue Studien.

FRANKFURT. Die Fondsmanager haben positiv auf den gefallenen Ölpreis reagiert. Wie aus der monatlichen Umfrage der US-Investmentbank Merrill Lynch für Oktober unter 210 Vermögensverwaltern hervorgeht, ist das Vertrauen der Investoren gestiegen – unter anderem auch deshalb, weil die US-Notenbank die Inflation unter Kontrolle hält. Nur 19 Prozent der Befragten denken, die Fed müsse sich stärker um die Risiken einer hohen Inflation als um die eines niedrigeren Wirtschaftswachstums sorgen – im August waren es noch 27 Prozent. Insgesamt ist die Risikobereitschaft der Fondsmanager gestiegen. Die Bargeldbestände liegen bei 3,8 Prozent, im Vergleich zu 4,4 Prozent im August. Nur 36 Prozent der Befragten glauben, dass die weltweiten Aktienmärkte in einem halben Jahr schlechter dastehen werden als zum jetzigen Zeitpunkt.

Favorit der Großinvestoren ist der europäische Aktienmarkt. Ihm werden die günstigsten Aussichten für Unternehmensgewinne zugesprochen. Knapp ein Drittel der Befragten hält ihn dementsprechend für unterbewertet.

Trotz der Erholung am Aktienmarkt beäugen die Investoren jedoch die volkswirtschaftlichen Prognosen skeptisch: Die Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass sich die Unternehmensgewinne verschlechtern werden – allerdings in geringerem Maße als noch vor zwei Monaten. Zwei Drittel der Teilnehmer halten es für unwahrscheinlich, dass es innerhalb des nächsten Jahres zu zweistelligen Gewinnzuwächsen kommt. Als wichtigste Maßnahme zur Ertragssteigerung sehen die Fondsmanager Kostensenkungen an.

Das deutlichste Ergebnis einer längerfristig angelegten Studie von CAM Private Equity, Ernst & Young sowie dem Finanzmagazins „Finance“ ist, dass festverzinsliche Wertpapiere mit rund drei Vierteln auch zukünftig die bevorzugte Anlageform deutscher institutionellen Investoren sein wird. Trotz niedriger Renditen halten sie daran fest. Für die Studie wurden Vorstände, Geschäftsführer oder Leiter der Kapitalanlage in deutschen Versicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerken zu ihrer aktuellen und geplanten Anlagestrategie befragt.

In alternative Anlagen wird dagegen in nur sehr geringem Maß investiert. Obwohl die Teilnehmer als wichtigstes Kriterium für die Anlagestrategie die Gewinnmaximierung als bedeutendstes Ziel nennen, und obwohl ihrer Meinung nach ein hohes Renditepotenzial für Private Equity spricht, schrecken mangelnde Liquidität, geringes Wissen und hoher Aufwand ab. Die Verfasser der Studie schließen daraus, dass der Renditedruck der Versicherungsunternehmen doch geringer ist als allgemein angenommen. Höhere Renditeziele zugunsten der Sicherheit sind demnach nicht wettbewerbsbestimmend in der Versicherungswirtschaft. Die Gefahr von Schwierigkeiten bei der Erfüllung von Auszahlungsverpflichtungen gegenüber den Versicherungsunternehmern ist den einzelnen Versicherern zu hoch – daher legen sie großen Wert auf Liquidität. Die mit den künftigen Bilanzregeln (Solvency II) verbundene Bindung von Risikokapital dürfte nach Ansicht der Verfasser künftig zu noch mehr Vorsicht bei den Anlagemanagern führen.

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