Zweifel an guter Börsenstimmung
Dachfondsmanager reduzieren Aktienquoten

Kann ein Fondsmanager, der in seiner Vergleichsgruppe abgeschlagen auf dem letzten Platz landet, einen guten Job gemacht haben? Bernd Greisinger zumindest sieht es so.

HB HAMBURG. Der Manager des BG Stable Value erzielte im jüngsten Zwölfmonatsvergleich lediglich einen Wertzuwachs von 2,36 Prozent, ist damit aber sehr zufrieden. Von der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Trust wird Greisingers Produkt als konservativer Dachfonds eingestuft.

„Eines unserer Ziele in diesem Fonds besteht darin, jeden Monat mit einem positiven Ergebnis zu beenden“, sagt Greisinger. Der unabhängige Vermögensverwalter, der von Liechtenstein aus insgesamt sechs Dachfonds mit einem Volumen von 340 Millionen Euro betreut, sichert kurzfristige Engagements in Aktienfonds deshalb in aller Regel ab und orientiert sich am europäischen Geldmarktsatz Euribor als Vergleichsindex.

Mit dem Euribor lassen sich die besten Fonds dieser Kategorie, die durchweg zweistellige Wertzuwächse erreichten, kaum vergleichen. Sie sind oder waren teilweise bis zu 50 Prozent in Aktienfonds investiert und profitierten folglich von der seit Monaten anhaltenden Rally an den Weltbörsen. Daran, dass diese gute Stimmung noch sehr lange anhält, hegt Uwe Leonhardt allerdings erhebliche Zweifel. „Immer mehr Kleinanleger springen auf den Zug, während professionelle Geldverwalter Kasse machen“, sagt der Vorstand der German Capital Management (Gecam) in Wangen. Deshalb fuhr Leonhardt, der mit seinem Gecam Adviser Fund - Global Value die Tabelle anführt, die Aktienquote auf mittlerweile deutlich unter 25 Prozent zurück.

Getrennt hat sich der Fondsmanager vor allem von den besonders gut gelaufenen Energie- und Osteuropa-Fonds. Aber auch Basisinvestments wie der M&G Global Basics wurden reduziert. „Nachdem sich das Portfolio im ersten Halbjahr hervorragend entwickelt hat, holen wir jetzt unsere Schäfchen ins Trockene“, setzt Leonhardt auf Sicherheit. Die findet er derzeit wie Greisinger vor allem am Geldmarkt sowie in Renten-Spezialitäten wie dem DWS Inter Genuss oder dem Fortis Convertible World.

Aus dem Hause Nordea kommt auch der volumenmäßig kleinste Dachfonds der Spitzengruppe. Der bereits 1998 aufgelegte Nordea Fund of Funds Conservative führte in den vergangenen Jahren eher ein Schattendasein, wurde aber Mitte 2004 gründlich umstrukturiert. Als Leiter des Dachfonds-Teams verpflichtete die skandinavische Gesellschaft den ehemaligen DWS-Manager Ferdinand Verweyen, der einen sehr aktiven und themengetriebenen Managementansatz verfolgt. „Wir prüfen eine Vielzahl von Szenarien und entscheiden uns dann für das wahrscheinlichste“, sagt Verweyen. Für die nächsten Monate geht auch er von eher sinkenden Aktien- und Renten aus, sieht aber weiter gute Chancen bei Wandelanleihen- und Goldminen-Fonds.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds.

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