Zwölf-Monats-Übersicht
DWS-Klassiker Provesta verpasst den Anschluss

Bei Aktienfonds für europäische Nebenwerte sprechen Größe und Alter derzeit nicht unbedingt für Qualität. So brachte mit dem DWS Provesta ein echter Klassiker dieser Fondskategorie seinen Anlegern auf Jahressicht Verluste von mehr als 37 Prozent. Universal setzt Fokus auf deutsche Mittelständler und ist damit erfolgreich.

HAMBURG. Damit belegt der 23 Jahre alte und mehr als eine halbe Milliarde Euro schwere Fonds im aktuellen Renditevergleich den viertletzten Platz (Tabelle). Grund dafür war unter anderem der hohe Anteil von Finanztiteln im Portfolio, die in den vergangenen zwölf Monaten abgestraft wurden. "Im Juni haben wir unseren Anteil an Finanz- und Bankenaktien weiter reduziert, aktuell liegt er bei rund 18 Prozent", erläutert Fondsmanagerin Petra Pflaum, die den Fonds im Mai von Susan Levermann übernommen hat.

"Wegen des Managerwechsels steht der Fonds noch mindestens bis April 2009 unter Beobachtung", erklärt Christian Michel, Analyst der Ratingagentur Feri. "In der Vergangenheit entwickelte sich der Fonds gegenüber seiner Vergleichsgruppe unterdurchschnittlich, sowohl hinsichtlich Rendite als auch Risiko", kommentiert Michel das zuletzt unterdurchschnittliche "D"-Rating.

Mit der Note "B" fällt dagegen das Rating für den von der Kreissparkasse Biberach beratenen Universal-Shareconcept weit besser aus. Dessen Portfoliomanager Kurt Hardt konzentriert sich auf Aktien von Mittelständlern. "Denn wir haben in diesem Segment Expertise", erläutert Hardt. Der Anteil deutscher Aktien liegt aktuell bei 25 Prozent, Titel aus der Schweiz und Österreich gewichtet er mit 16 und acht Prozent. Knapp ein Fünftel des Fonds hält Hardt in Barmitteln.

Auch auf Branchenebene weicht das Portfolio deutlich von dem des DWS-Klassikers ab: So stecken etwa mehr als 20 Prozent des Universal-Portfolios in Aktien aus der Gesundheitsbranche, die DWS-Expertin Pflaum mit nur vier Prozent gewichtet. Besonders gut entwickelte sich Hardt zufolge dabei die Biotest-Aktie: "Wir haben schon im Jahr 2001 in die Aktie investiert, denn wir waren davon überzeugt, dass das neue Management die Firma trotz ihrer existenzbedrohenden Schieflage nach dem Verfall des Preises für ihr wichtigstes Produkt Blutplasma stabilisieren kann." Der lange Atem zahlte sich für die Fondsanleger aus.

Analyst Michel tut sich dennoch schwer damit, den Universal Shareconcept zu empfehlen: "Er ist nicht gesamteuropäisch diversifiziert", bemängelt er. Zudem berge die Fokussierung auf die deutschsprachigen Aktienmärkte und die derzeit hohe Cash-Quote Risiken. "Das Fondskonzept war bislang sehr erfolgreich", muss Michel allerdings einräumen.

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