Zwölf-Monats-Übersicht
Japan-Fonds von JP Morgan steckt in der Krise

Der JF Japan Equity von JP Morgan hat schon bessere Zeiten gesehen: Mit minus 26,63 Prozent belegt der bereits 1988 aufgelegte Klassiker im Zwölf-Monats-Vergleich von 131 Japan-Fonds nur den viertletzten Rang. Der Wachstumsansatz führt zu hohen Verlusten – Fidelity setzt auf Substanz.

HAMBURG. Feri Rating & Research bewertet den Japan-Fonds von JP Morgan zudem nur mit dem zweitschlechtesten Rating D, versehen mit dem Zusatz „Unter Beobachtung“. Hintergrund: Im März 2007 gab Peter Kirkmann das Fondsmanagement an Richard Aston und Shoichi Mizusawa ab.

„Wir rechnen damit, dass sich das Rating im September wieder verbessern wird“, sagt Christoph Bergweiler. Für die schlechte Performance macht der Vertriebschef von JP Morgan in Frankfurt vor allem die Auswahl von Aktien kleiner und mittlerer Unternehmen verantwortlich. Insbesondere die Sektoren Immobilien und Nahrungsmittel hätten die Wertentwicklung des Fonds gedrückt.

Thomas Portig, Investment-Chef der Münchener Analysegesellschaft H.C.M. Capital Management, sieht noch eine weitere Ursache für das schlechte Ergebnis: den Investment-Ansatz nach dem Growth-Prinzip. Dabei versuchen Manager Unternehmen zu identifizieren, die ein hohes Wachstumspotenzial versprechen. „Die vergangenen Monate waren nicht einfach für Growth-Strategen“, sagt Portig, ergänzt aber: „Aktuell stellt sich der JF Japan Equity schlechter dar als er eigentlich ist“.

Die zwei Manager Aston und Mizusawa setzen auf Werte wie den Finanzdienstleister Mitsubishi UFJ Financial, den Transportausrüster Toyota Motor und den Spielkonsolenhersteller Nintendo. Denn Exportfirmen wie Nintendo profitieren von Japans Lage inmitten aufstrebender Länder wie China. Im ersten Quartal legten die Ausfuhren um 4,5 Prozent zu. Und auch der private Konsum entwickelt sich positiv.

Davon profitierte unter anderem der Fidelity Japan Advantage, der mit einem recht moderaten Zwölf-Monats-Minus von 13,57 Prozent den zweiten Platz seiner Kategorie belegt. „Der Wert, der am meisten zur Performance beigetragen hat, war die Kundenkreditgesellschaft Acom“, sagt Fondsmanager Ron Slatterly. „Der Aktienkurs profitierte von nachlassenden Sorgen um die Kreditkrise und steigenden Gewinnerwartungen.“ Slatterly wählt die Positionen seines Portfolios danach aus, ob ihr Börsenwert unter ihrem wahren Wert liegt. Der bessere Ansatz für ein Nippon-Investment, findet Experte Portig: „Japan ist ein klassisches Value-Land. Langfristig fährt man dort mit diesem Ansatz besser.“

Das unverändert schwierige Marktumfeld will Slatterly ausnutzen: „Wir sehen die Situation als Chance, um Positionen günstig einzukaufen, die eine langfristige Wertsteigerung versprechen.“

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