Zwölf-Monats-Vergleich
Analysten loben Mischfonds von HWB

Er gilt in der deutschen Geldverwalter-Szene als Aufsteiger des Jahres: Hans-Wilhelm Brand, Gründer und Namensgeber von HWB Capital Management in Trier. Alle vom einstigen Merrill-Lynch- und Prudential-Bache-Manager betreuten Mischfonds liegen seit Januar trotz hoher Verluste an den Aktienmärkten im Plus.

HAMBURG. Zwei von ihnen gehören in der Kategorie "Mischfonds Flexibel" auch über zwölf Monate zu den Spitzenreitern (siehe Tabelle). Für den jüngsten Erfolg zeichnet ein selbstentwickeltes Trendfolgemodell verantwortlich, dessen Warnsignale Brand Ende 2007 veranlassten, seine Aktienbestände nahezu komplett abzusichern. Doch bereits vor der Finanzkrise gehörten der HWB Portfolio Plus und der HWB Victoria Strategies zeitweise zu den besten Angeboten ihrer Vergleichsgruppe. Damals sorgte vor allem die rigide Aktienauswahl für entsprechenden Mehrwert: Brand konzentriert sich auf Unternehmen mit hoher Eigenkapitalquote, die eine marktbeherrschende Stellung besitzen und deren Gewinnwachstum in der Vergangenheit immer höher als das Umsatzwachstum ausgefallen ist. Einmal als aussichtsreiche identifizierte Titel wie SGL Carbon, Kali & Salz oder die chinesische Holzaktie Sino Forest bleiben häufig über Jahre im Portfolio.

Der gelungenen Kombination aus Stockpicking und trendorientierter Absicherung zollen auch unabhängige Experten Lob. "Der fundamentale Auswahlprozess, der beiden Fonds zugrunde liegt, ist systematisch und nachvollziehbar", sagt etwa Stephan Schrödl von der Münchner Analysegesellschaft Fondsconsult. Anlegern, die sich an keinem Vergleichsindex orientieren, empfiehlt Schrödl den in Industrieländern investierenden HWB Portfolio Plus deshalb als Basisinvestment, den auf Schwellenländer fokussierten HWB Victoria Strategies als Beimischung.

Etwas zurückhaltender gibt sich Detlef Glow. Zwar bescheinigt auch der Research-Leiter von Lipper Deutschland Brand im bisherigen Jahresverlauf eine "perfekte Leistung". Entscheidend sei jedoch, wie gut das verwendete Trendfolgesystem unter veränderten Marktbedingungen funktioniere. Gerade in ausgeprägten Seitwärtsmärkten könne es zu Problemen kommen, zumal beide Fonds von der jährlichen Gebührenbelastung eher zu den teuren Angeboten gehörten. Auch das vergleichsweise kleine, sehr auf Firmengründer Brand zugeschnittene Management-Team wertet der Lipper-Experte als Minuspunkt. Das gelte vor allem, wenn Anleger ein steuerfreien Langfristinvestment suchten.

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