Zwölf-Monats-Vergleich
Europa-Fonds von Fidelity und Templeton überzeugen

Für die europäischen Aktienmärkte waren die vergangenen zwölf Monate schwierig: Banken schrieben Milliarden ab, Exportfirmen litten unter dem starken Euro. Vor diesem Hintergrund verbuchte der marktbreite MSCI-Europa-Index zum Stichtag 31. März ein Minus von 15,21 Prozent.

HAMBURG. Gleich sechs der zehn größten europäischen Aktienfonds mit deutscher Vertriebszulassung (siehe Tabelle) schnitten im Vergleichszeitraum noch schlechter ab.

Relativ stabil hielt sich dagegen der Fidelity European Aggressive, der rund fünf Prozent verlor. Fidelity-Manager Mario Frontini führt das auf sein Faible für Aktien aus dem Metall- und Minensektor zurück: "Titel der Minengesellschaften Norilsk Nickel und Xstrata zum Beispiel haben sich dank der steigenden Rohstoffpreise gut entwickelt." Interessant sind für Frontini Firmen, deren Buchwert höher ist als ihr Börsenwert. Dazu gehören beispielsweise Unternehmen, die gerade umstrukturiert werden.

"Ich bin von jeder Einzelaktie voll überzeugt", betont der Stockpicker, der die Zahl der enthaltenen Titel in den vergangenen neun Monaten von 84 auf 50 reduziert hat. Dabei machen die zehn größten Positionen zusammen nicht weniger als 60 Prozent des Portfolios aus. Das aktuelle Marktumfeld nutzt Frontini für Schnäppchenkäufe. "Durch undifferenzierte Verkäufe sind auch hervorragende Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen worden", sagt er.

Potenzial sieht der Fidelity-Manager vor allem im Finanzsektor. "Ich erwarte, dass sich der Kreditmarkt in der nächsten Zeit wieder stabilisieren wird." Zu seinen jüngsten Neuerwerbungen gehören deshalb Royal Bank of Scotland und Allianz. Ähnlich wie Frontini wählt auch Philippe Brugère-Trelat, Manager des zweitbesten Schwergewichts Franklin Mutual European, die Kandidaten für seinen Fonds aus. Er kauft Aktien, die mit einem hohen Abschlag auf ihren tatsächlichen Wert gehandelt werden.

Zudem investiert er in Unternehmen, die kurz vor einer Übernahme oder Umstrukturierung stehen oder trotz finanzieller Risiken ein hohes Gewinnpotenzial bergen. Anders als Frontini setzt Brugère-Trelat aber nicht auf Konzentration, sondern auf Vielfalt: 115 Titel stecken derzeit im Portfolio, die größten zehn Positionen kommen dabei nur auf einen Anteil von 20 Prozent. Getreu dem Motto "Gegessen und geraucht wird immer" favorisiert er Konzerne wie Nestlé und British American Tobacco.

Vielversprechend präsentiert sich nach Meinung des Franklin-Templeton-Managers auch der europäische Aktienmarkt im Allgemeinen. Die Dividendenrenditen lägen derzeit nahe bei den Renditen zehnjähriger Staatsanleihen. "Das ist üblicherweise ein starkes Kaufsignal", so Brugère-Trelat.

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