Zwölf-Monats-Vergleich
Fondsmanager bevorzugen US-Firmenanleihen

Auf den ersten Blick scheint die Nummer zwei im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von Rentenfonds mit der Spezialisierung auf europäische Unternehmensanleihen fehl am Platz. Dennoch gibt es für die Einsortierung des Espa Bond USA Corporate in diese Vergleichsgruppe gute Gründe.

HAMBURG. "Das Konzept des Fonds sieht vor, dass die Anlagen im Dollarraum systematisch gegen den Euro abgesichert werden", erklärt Christian Michel von Feri Rating & Research. Der Fonds stelle dadurch zwar noch kein Euro-Investment dar. Doch das Risiko, Währungsverluste zu erleiden, werde so gut wie ausgeschlossen.

Ausgeschlossen hat der Fonds der österreichischen Gesellschaft Erste Sparinvest in den vergangenen Monaten auch Unternehmen, die von der aktuellen Hypothekenkrise in den USA betroffen sind. "Wir haben zum Beispiel keine Firmen aus dem Sektor Wohnungsbau im Portfolio", erklärt Fondsmanager Michiel van der Werf. Seit Anfang des Jahres hat er zyklische Branchen, zu denen er auch den Bausektor zählt, gegenüber seinem Vergleichsindex untergewichtet. Stattdessen setzt er derzeit vor allem auf General Electric und Bank of America.

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Mit den Schuldtiteln der US-Wirtschaft können Anleger zurzeit mehr verdienen als mit heimischen Unternehmensanleihen. "Das Zinsniveau ist dort viel höher als hier zu Lande", begründet Rentenanalyst Michel. Die Absicherung der Dollarpositionen gegen den Euro sei relativ kostengünstig. So könnten die Fondsmanager vergleichsweise einfach einige Basispunkte zusätzlich erwirtschaften. Daher seien auch in anderen Euro-Rentenfonds Dollar-Bonds zu finden, um die Rendite aufzubessern. "Das ist mittlerweile beinahe die Regel", so Michel.

Auch der führende Oyster European Corporate Bonds der Banque Syz legt derzeit rund sieben Prozent seines Fondsvermögens in den Vereinigten Staaten an. Fondsmanager Andrea Garbelotto investiert außerdem zwischen fünf und neun Prozent des Fondsvermögens in Aktien. Auch für den Rentenmarkt ist Garbelotto positiv gestimmt. "Ich erwarte, dass die Zinsaufschläge in diesem Jahr nicht sinken werden", erklärt er. Dennoch setzt er aktuell vor allem auf Kurzläufer. Trotz des guten Ergebnisses sei der Oyster European Corporate Bonds für sehr konservative Anleger nicht das Richtige, meint Fondsexperte Michel. Denn die Wertentwicklung des Fonds schwanke im Vergleich zu anderen Produkten der gleichen Kategorie relativ stark. Das Gleiche gelte für das Konkurrenzprodukt der Espa. Deutlich besser in seinem Risikoverhalten gefällt Michel unter anderem der auf Rang acht liegende HSBC Trinkaus Corporate Bonds Europa Inka.

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