Zwölf-Monats-Vergleich
Fondsprofis schichten in Staatsanleihen um

Ein Rating von D oder gar E durch die Analysegesellschaft Feri verheißt Anlegern nichts Gutes. Vorsicht ist erst recht geboten, wenn Fonds mit diesen Bewertungen am untersten Ende der von A bis E reichenden Notenskala wegen eines Managerwechsels auch noch "unter Beobachtung" stehen. Beides trifft auf den Threadneedle European Bond und den Adiropa von Cominvest zu.

HAMBURG. Sie gehören im Zwölf-Monats-Vergleich von Feri mit Verlusten von 0,94 bzw. 0,49 Prozent zu den Schlusslichtern unter 70 Fonds mit Schwerpunkt auf europäischen Renten (Tabelle). "Die Wertentwicklung wurde durch zu hohe Engagements in Langläufern belastet", räumt Threadneedle-Manager Peter Allwright ein, der den Fonds seit Dezember 2006 betreut. Im Juli habe sich diese Positionierung jedoch ausgezahlt und entscheidend zum überdurchschnittlich hohen Plus von 1,29 Prozent beigetragen.

Den Renditeschub im Juli begründet der Threadneedle-Manager mit der Flucht vieler Investoren in die zuletzt im Fonds hoch gewichteten europäischen Staatsanleihen. Diese hätten zu den Profiteuren der US-Hypothekenkrise gehört. Ähnlich verlief die Entwicklung beim Adiropa von Cominvest, dessen Manager Klaus Röttger ebenfalls Langläufer bevorzugt. "Wir haben bereits im Herbst vergangenen Jahres Positionen in Fremdwährungen und Firmenanleihen zugunsten von Staatspapieren umgeschichtet", kommentiert Röttger. Dies habe sich zunächst zwar negativ ausgewirkt, trage aber mittlerweile Früchte.

Vorerst will der Cominvest-Manager den Schwerpunkt auf Staatsanleihen mit guter bis bester Bonität beibehalten. "Wann sich die Märkte wieder beruhigen, ist derzeit kaum abzusehen", sagt er. Bis dahin plant er bei Firmen- und Fremdwährungsanleihen nur selektive Käufe, etwa bei Papieren in nordischen Währungen. Außen vor bleiben vorerst Bonds von Finanzdienstleistern, für die Röttger weitere Rückschläge nicht ausschließt.

Trotz der zuletzt positiven Entwicklung beurteilt Feri-Analyst Sasa Perovic die Chancen für eine Ratingverbesserung noch verhalten. "Bislang haben die Managerwechsel keine gravierende Verbesserung der Wertentwicklung bewirkt, zudem ist das Chance-Risiko-Verhältnis beim Threadneedle-Produkt ungünstig", sagt er. Bei beiden Fonds dürfte es ohnehin noch eine Weile dauern, bis sie endgültig ein neues Rating erhalten: Perovic: "Nach einem Managerwechsel bleiben die Fonds im Schnitt rund zwölf Monate unter Beobachtung. Danach wird entschieden, ob diese Frist um weitere sechs Monate verlängert oder der Fonds aus der Beobachtung genommen wird."

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