1.000 Punkte höher
Deutsche Bank hebt Dax-Prognose an

Die Analysten der Deutschen Bank haben ihr Dax-Ziel angehoben. Sie sehen den Leitindex bis zum Ende des Jahres bei 12 800 Punkten. Andere Kollegen, etwa von der DZ Bank, hatten ihr Dax-Ziel bereits zuvor erhöht.
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Frankfurt„Deutsche Blue Chips profitieren besonders stark von der guten Wirtschaftsentwicklung außerhalb Europas“, begründet der Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank für Privat- und Firmenkunden, Ulrich Stephan, die Entscheidung. „Kommt es bei Wachstum und Inflation zu keinen relevanten Rückschlägen, sind die Perspektiven für deutsche Aktien sehr interessant.“ Kein anderer Leitindex in Europa weise einen vergleichbar hohen Anteil konjunktursensitiver Aktien auf wie der Dax, erklärt der Stratege. Die Deutsche Bank erwartet, dass die Wirtschaftsaktivität global und auch hierzulande im Sog einer starken US-Konjunktur vor allem gegen Ende des Jahres und 2018 noch weiter zulegen wird. Die Weltwirtschaft wird deren Schätzungen zufolge 2017 um 3,4 Prozent zulegen.

Der EuroStoxx50 wird nach Ansicht von Stephan bis Ende 2017 auf 3580 Punkte steigen. Bislang war er von 3100 Punkten ausgegangen. Dafür spricht für ihn die Stimmung der Einkaufsmanager in den USA und Europa, die zuletzt zum sechsten Mal in Folge gestiegen ist. Davon sollte Deutschland als Exportweltmeister profitieren, meint Stephan, auch wenn die Deutschen gleichzeitig mehr importierten. Die Unternehmensgewinne aus dem Export dürften steigen. Nach der guten Berichtssaison und den noch besseren Ausblicken rechnen die Analysten in diesem Jahr mit einem Gewinnwachstum von 6,6 Prozent und für 2018 mit 8,9 Prozent der 30 Dax-Mitglieder.

Die Kollegen von der DZ Bank haben bereits Anfang Februar ihr Dax-Ziel angehoben, von 12 000 auf 12 500 Punkte bis zum Jahresende. Den Euro-Zonen-Leitindex Euro Stoxx 50 sehen die Aktienstrategen um Christian Kahler Ende 2017 fast so hoch wie Stephan von der Deutschen Bank, bei 3500 Zählern. Die Fundamentaldaten zeigen sich weiter von der positiven Seite, meinen die DZ Banker.

Zwar konnten die ökonomischen Daten wie Firmengewinne und das Wirtschaftswachstum zuletzt nicht mit den kletternden Aktienkursen mithalten, konstatieren sie. Doch es gibt ihrer Ansicht nach wenig Anzeichen, dass die Börsen-Party abrupt zu Ende gehen sollte. Jedoch, mit steigender Sorglosigkeit, zeigt die Historie, dass auch das Risiko einer Korrektur wächst, mahnen sie. „Wir vertreten unverändert die Ansicht, dass sich in Anbetracht der sehr guten wirtschaftlichen Entwicklung die Kurse bis Jahresende weiter nach oben bewegen werden“, meinen die DZ-Bank-Strategen. Bei kurzfristigen Kursrückschlägen, etwa im Zuge politischer Unsicherheiten, bieten sich ihrer Ansicht nach Kaufchancen.

Die makroökonomischen Rahmenbedingungen stimmen, die Unternehmen auch in den USA und etwa Japan liefern, wie Stephan von Deutschen Bank betont: Mehr Wirtschaftswachstum und steigende Unternehmensgewinne trieben die Aktienmärkte zu neuen Höchstständen. „Die Aktienbörsen schert es bislang kaum, dass eine Zinsanhebung in den USA schon im März immer wahrscheinlicher zu werden scheint“, sagt er. Zwar seien US-Aktien nicht mehr günstig, gerade bei Energie-, Industrie- und Finanzwerten haben die Risikoprämien zugenommen. Doch solange die Unternehmensgewinne weiter so kletterten wie in der abgelaufenen Berichtssaison, solange lohnten sich auch US-Aktien, meint Stephan – die Zinsen seien ja immer noch niedrig. Für den S&P 500 erwarten Analysten 2017 ein Gewinnwachstum von mehr als zehn Prozent. Stephan hat sein Kursziel für den breiten US-Index für dieses Jahr auf 2 600 Punkte angehoben. Das entspricht einem Plus von gut acht Prozent im Vergleich zu heute. Die DZ Banker sehen den S&P 500 bis Ende 2017 auf 2450 Punkte klettern.

Investoren spekulieren darauf, dass die US-Wirtschaft an Fahrt gewinnt durch die Wirtschaftspolitik des neuen Präsidenten Donald Trump. Er hat Investitionen in Infrastrukturprojekte, Steuervergünstigungen für Unternehmen und Deregulierungen für Banken versprochen, ist Details aber bislang schuldig geblieben. Entscheidende Treiber für weitere Kursgewinne werden nach Ansicht von Stephan das tatsächliche Wirtschaftswachstum und die damit korrelierte Gewinnentwicklung sein. Für 2017 und 2018 liegt die Prognose der Deutschen Bank für das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts der USA bei 2,5 beziehungsweise 3,6 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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