40 Banken nahmen an dem Gespräch teil
Falk-Anleger bekommen Gnadenfrist

Nach der Insolvenz des größten deutschen Verwalters geschlossener Immobilienfonds, Falk Capital, werden die etwa vierzig, noch laufenden Fonds vom vorläufigen Insolvenzverwalter Josef Nachmann verwaltet und bis zum 30. Juni weiter bewirtschaftet. Entsprechende Mittel haben die beteiligten Banken auf einem Treffen am 12. April bewilligt.

hus DÜSSELDORF. Bei einem Teil der Fonds deckten die Mieteinnahmen nicht mehr die Zins- und Tilgungszahlungen gegenüber den Banken. Die Falk-Gruppe, die Mietgarantien gegeben hatte, konnte den daraus resultierenden Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. „Keine Bank wird bis Ende Juni den Geldhahn zudrehen“, sagte Rechtsanwalt Peter Mattil, der Fondsanleger vertritt. In die Falkfonds waren insgesamt rund 3,2 Mrd. Euro geflossen, betroffen sind etwa 30 000 Privatinvestoren.

An dem Bankengespräch nahmen nach Informationen der Kanzlei Mattil insgesamt 40 Banken teil. Nur eine Bank scherte zunächst aus, sie wurde aber von den restlichen Instituten überzeugt, ebenfalls bis Ende Juni still zu halten. Nun hat Nachmann Zeit, Fonds für Fonds die wirtschaftliche Lage zu prüfen und eine Gesamtbestandsaufnahme zu machen. Allerdings ist nach der Zahlungsunfähigkeit der Falk-Gruppe eine Komplettlösung für sämtliche Fonds vom Tisch. Jetzt wird das Schicksal eines jeden Fonds in Absprache mit den Banken einzeln entschieden. Besonders ungewiss ist die Lage bei Fonds, die in der Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) laufen. Dort haften die Anleger im Ernstfall mit ihrem gesamten Vermögen. Bei den als Kommanditgesellschaft (KG) geführten Fonds ist die Haftung auf das eingesetzte Kapital begrenzt.

Dennoch dürften auch auf den Gesellschafterversammlungen der einzelnen KG-Fonds Nachschüsse mit den Anlegern vereinbart werden, um eine Zwangsliquidation zu verhindern. So wurde bereits auf der Gesellschafterversammlung des Fonds 60 vor einer Woche ein Nachschuss von insgesamt 3,5 Mill. Euro beschlossen. Auch beim Fonds 71 dürfte ein Nachschuss fällig werden. Der Fonds 66, dessen Gesellschafter sich gestern trafen, gilt dagegen als gesund.

Nach dem Desaster versuchen nun geschädigte Anleger ihre Berater in Regress zu nehmen. Die Fonds waren ihnen teilweise als risikofreies Steuersparmodell empfohlen worden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%