Aktie unter der Lupe
Elmo beflügelt Mattel

Er hat ein feuerrotes Fell, kreischt bei Berührungen vor Lachen und ist zugleich Hoffnungsträger für die Aktionäre des US-Spielzeugherstellers Mattel. Die Rede ist von TMX Elmo, einer Sesamstraßen-Figur mit komplexem Innenleben. Die Aktien des US- Spielzeugherstellers bieten nach Jahren der Stagnation neue Chancen.

DÜSSELDORF. Nach Jahren der Stagnation hat Mattel wieder einen Kassenschlager für das wichtige US-Weihnachtsgeschäft in seinem ansonsten eher biederen Produktportfolio von Gesellschaftsspielen, Barbie-Puppen und Matchbox-Autos. Bereits zehn Wochen vor Weihnachten ist das zottelige Wesen in den USA fast überall ausverkauft. Hersteller Mattel hat Schwierigkeiten, die Nachfrage zu bedienen.

Vor allem die Vorbestellungen für den erst im September vorgestellten Elmo haben dem US-Konzern ein starkes drittes Quartal beschert. Der Weltmarktführer für Spielzeug meldete am Montag einen Umsatzsprung um sieben Prozent auf 1,8 Mrd. Dollar im Quartal und einen Anstieg des Gewinns je Aktie um sechs Prozent auf 0,62 Dollar. Damit schlug Mattel die Erwartungen der Analysten, und die Aktie kletterte auf ein neues Jahreshoch von 21,30 Dollar.

Seit Jahresbeginn legte die Mattel-Aktie um 35 Prozent zu und schnitt damit klar besser ab als der Gesamtmarkt. „Mattel konnte seine Bruttomarge im abgelaufenen Quartal dank Preiserhöhungen und einer attraktiven Produktpalette zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder steigern“, kommentiert Mike Wallace, Analyst von UBS, die jüngsten Quartalszahlen. Sein Anlageurteil ist allerdings nur „Neutral“, da er die Aktie mit dem aktuell 16fachen der von ihm für 2007 erwarteten Gewinne für fair bewertet hält. Auch das Gros der Analysten hält die Mattel-Aktie mit einem durchschnittlichen Kursziel von 23 Dollar für annähernd ausgereizt.

Das zyklische Geschäft mit Spielwaren und der Verlust von Marktanteilen des Puppen-Klassikers „Barbie“ macht ein Investment in die Mattel-Aktie auf lange Sicht aber zu einem Geduldsspiel: Bereits vor zehn Jahren notierte die Aktie auf dem gleichen Kursniveau wie heute. Die Bewertung der Aktie pendelt meist zwischen einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 und 20, und die Aktie kann sich seit fünf Jahren nicht nachhaltig aus einem engen Kursband zwischen 16 und 22 Dollar lösen.

Die eher träge Kursentwicklung weckt indes auch Begehrlichkeiten unter Investoren, die auf den Substanzwert einer Aktie achten. „Wir haben in diesem Jahr Mattel auf Grund der attraktiven Bewertung zugekauft, obwohl wir für US-Konsumtitel ansonsten eher pessimistisch gestimmt sind“, sagt Alexandra Ott, Co-Portfoliomanagerin des Julius Bär Global Value Fund. „Die Marke Mattel hat einen starken Namen, das macht den Konzern zu einem interessanten Übernahmeziel für Private-Equity-Gesellschaften“, sagt Ott.

Immer wieder kursieren am Markt zudem Gerüchte, Warren Buffett plane einen Einstieg bei dem Spielzeughersteller. Mattel, so haben Experten errechnet, erfülle als eine der wenigen US-Aktien sämtliche der im Geschäftsbericht von Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway veröffentlichen Kriterien für ein mögliches Übernahmeziel: ein Börsenwert zwischen fünf und 20 Mrd. US-Dollar, ein starker Markenname, ein verständliches Geschäft, stabile Erträge, niedrige Bewertung sowie eine schuldenfreie Bilanz. Bislang blieb es bei Gerüchten - Buffett bevorzugt derzeit Übernahmen außerhalb der USA.

Wie viele andere Substanzwerte auch bemüht sich Mattel vor allem über die Dividende, Aktionäre zufrieden zu stellen. In den vergangenen 16 Jahren hob Mattel seine Ausschüttung 14-mal an und zahlt derzeit 0,50 Dollar je Aktie. Das entspricht einer ausbaufähigen Ausschüttungsquote von rund 40 Prozent und einer Dividendenrendite von aktuell 2,4 Prozent.

Christian Kirchner
Christian Kirchner
Handelsblatt / Geschäftsführender Redakteur New Investor
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