Aktien
Auf der Suche nach Substanz

Die Börsen haben in diesem Jahr rasant zugelegt. Doch viele Anleger haben die Rally verpasst. Gibt es jetzt noch was zu holen? Im historischen Vergleich erscheinen viele Aktien immer noch günstig. Auf welche Sektoren die Analysten jetzt setzen.
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FRANKFURT. Die europäischen Aktienmärkte haben ein bemerkenswertes Comeback hingelegt. Auch wenn die Nachricht von den Zahlungsnöten des Emirats Dubai den Anlegern gerade einen mächtigen Schreck eingejagt hat, dürften die meisten mit den vergangenen Monaten zufrieden sein. Seit dem Tief im März dieses Jahres stieg der EuroStoxx 50, der die wichtigsten europäischen Unternehmen zusammenfasst, um knapp 55 Prozent.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass noch etwas mehr drin ist. Viele Investoren haben die Rally verpasst. Sie könnten die Rückschläge der vergangenen Tage nutzen, um doch noch einzusteigen. Andere Alternativen als Aktien haben sie kaum. "Die extrem hohe Liquidität und die niedrigen Zinsen bieten ein günstiges Umfeld für Aktien. Wir gehen davon aus, dass dies zumindest in den Industrieländern noch bis weit ins Jahr 2010 anhalten wird", sagt Stefan Angele, Chefanlagestratege der Vermögensverwaltung Swiss & Global Asset Management.

Die entscheidende Frage lautet: Sind die Börsen bei ihrer Rally zu weit voraus gelaufen oder haben sie die Erholung der Konjunktur richtig vorweggenommen? "Sie sind voraus gelaufen, aber nicht zu weit. Die Aktienmärkte hatten recht", sagt Angele. Sowohl die Stimmungsindikatoren, aber auch die Fundamentaldaten hätten sich in diesem Jahr deutlich verbessert.

Mehr als fraglich ist allerdings, ob die Gewinner dieses Jahres auch in den kommenden Monaten zu den Favoriten zählen werden. Die Aktien von konjunkturabhängigen Firmen, sogenannte Zykliker, sowie Banken legten während der Rally am meisten zu. Die klassischen defensiven Aktien von Pharmafirmen oder Energieversorgern hinkten hinterher. Doch mit dieser Rollenverteilung könnte es bald vorbei sein. Nicht erst seit dem Dubai-Schock suchen viele Anleger wieder verstärkt nach krisensicheren Unternehmen mit stabilen Gewinnen, gesunden Bilanzen und hohen Dividenden.

"Wir werden im kommenden Jahr wohl einen Wandel bei der Sektorführerschaft erleben", sagt Patrick Moonen, Aktienstratege von ING Investment Managers. Die zyklischen Branchen seien nicht mehr günstig bewertet; die stärker defensiv ausgerichteten Sektoren dürften dagegen aufholen. "Der Gesundheitssektor und Telekomfirmen bieten die attraktivsten Bewertungen, während Anleger bei Werten aus dem gehobenen Konsumgüterbereich vorsichtig sein sollten", sagt Moonen.

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