Aktien – Chancen und Risiken
„Nicht ohne Sicherheitsnetz“

2016 wird ein Aktienjahr. Davon sind Vermögensverwalter überzeugt. Der Dax könnte auf 13.000 Punkte steigen. Gerade der Donnerstag hat gezeigt, wie schnell sich Optimismus an den Börsen drehen kann. Was Profis raten.
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DüsseldorfDer Bullenmarkt läuft nun schon im siebten Jahr, im März beginnt sogar schon das achte. Statistisch gesehen müsste die Zeit steigender Kurse bald enden. Doch Vermögensverwalter rechnen damit, dass die Hausse weiter läuft. „Es spricht vieles dafür, dass 2016 unter dem Strich wieder ein gutes Aktienjahr wird“, sagt Bernd Linke von der Hoppe Vermögensbetreuung. „Insbesondere die europäischen Börsen sollten weiter gut laufen.“

Zum Optimismus von Geldmanagern dürfte auch beitragen, dass die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) wohl auch im kommenden Jahr locker bleibt. Am Donnerstag senkte die Notenbank den Einlagezins für Europäische Banken um zehn Basispunkte auf 0,3 statt den bisherigen 0,2 Prozent. Außerdem kündigte der von den Börsianer als „Super”-Mario getaufte Chef, Mario Draghi, an, das Anleihenkaufprogramm zu verlängern.

Die von den Kursgewinnen vergangener Monate verwöhnten Märkte reagierten dennoch zunächst enttäuscht, der Dax stürzte gut 400 Punkte tiefer. Man hatte sich mehr von Draghi erwartet. Gerade weil Dax und Co. in den vergangenen Monaten eine so phantastische Entwicklung abgeliefert haben, schleicht sich bei dem ein oder anderen Anleger leiser Zweifel, ob sich nicht gerade die erste Korrektur anbahnt.

Die Vermögensverwalter teilen diese Sorgen nicht. „Fundamental sehen wir Aktien zwar nicht mehr billig, aber im Vergleich zu Anleihen ganz klar als die attraktivere Anlageklasse“, sagt Max Schott von Sand & Schott. „Wir sind für das kommende Jahr auch deshalb positiv für Aktien gestimmt, da die Geldpolitik der großen Notenbanken weltweit trotz möglichen Zinserhöhungen der Fed insgesamt weiter expansiv bleiben sollte.“

Doch die Geldpolitik der Notenbanken macht die Geldanlage zu einer Herausforderung. Während in Europa, Japan und China vieles auf weitere Lockerungen hindeutet, werden die Zinsen in den USA voraussichtlich schon im Dezember steigen. Und auch in Großbritannien ist eine Zinserhöhung in absehbarer Zeit nicht ausgeschlossen. „Wir denken, dass in 2016 die Divergenz der Geldpolitik der großen Notenbanken auf dem Finanzmarkt ein wichtiges Thema bleiben wird“, sagt Schott. „Aufgrund der lockeren Geldpolitik sehen wir auch in 2016 den europäischen Aktienmarkt im Vergleich zur USA leicht im Vorteil.“

Die exportorientierte Wirtschaft Europas profitiere von niedrigen Energiepreisen und einer weiteren Erholung der Binnenkonjunktur – sofern die Lage stabil bleibe. „Die anhaltend niedrigen Zinsen in der Euro-Zone und der dadurch bedingte schwache Euro sollte vor allem die europäischen Unternehmensgewinne und damit die Aktienmärkte weiter unterstützen“, sagt auch Linke.

Eine Folge der EZB-Politik ist der relativ schwache Euro. Aus diesem Grund könnten auch Investments in Fremdwährungen interessant sein. „Euro-Anleger, die in US-Aktien investieren, könnten zusätzlich zu Kurssteigerungen auch von einem starken US-Dollar profitieren und so Währungsgewinne erzielen“, sagt Schott.

Kommentare zu " Aktien – Chancen und Risiken: „Nicht ohne Sicherheitsnetz“"

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  • Der echte "Farmer" hasst Gold. Schade, dass er hier nicht mehr schreibt. Außerdem hat er immer wieder auf seine Fehlgriffe (Vale, RWE etc.) hingewiesen.

    Na ja, sei's drum.

  • "auf Ihre anscheinend übermäßige Freizeit."

    Oh, nix für ungut Wie es scheint, bin ich bloß ziemlich gut organisiert.

    Danke für Ihren freundlichen Hinweis, und schönes Wochenende!

  • Ach der Farmer

    ...nie Verluste.....ist schon klar ;)

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