Aktien Europa
Euro-Zone steht vor Anlage-Comeback

  • 0

Strukturreformen zeigen Wirkung

Das Potenzial für weitere Gewinne scheint groß. „In der Euro-Zone sind die Unternehmensgewinne noch circa 40 Prozent unter dem Niveau von vor der Finanzkrise, während man in den USA diese Schwelle schon deutlich überschritten hat“, sagt Henning Gebhardt von der DWS. Eine robustere Weltkonjunktur und Strukturreformen sollten helfen diese Lücke zu schließen. Maßgeblich für das Eintreten unseres Szenarios werde eine Verbesserung der Ertragslage bei den Finanzwerten und der Investitionstätigkeit sein.

Zwischen den einzelnen europäischen Ländern muss jedoch stark differenziert werden. Bei Spanien und Italien sind viele Marktteilnehmer noch kritisch, doch der Wandel ist im Gange: „Im historischen Vergleich erscheinen diese Märkte immer noch sehr günstig bewertet“, sagt Jeffrey Taylor, Experte für europäische Aktien bei Invesvo.

Doch die Renditeabstände ihrer Anleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen werden enger und dadurch sinken die Risikoprämien für diese Länder. „Weitreichende wirtschaftliche Strukturreformen – vor allem in Spanien – zeigen bereits erste positive Auswirkungen, und auch die jüngsten politischen Entwicklungen in Italien sind insgesamt positiv zu bewerten“, sagt Taylor.

Auch de Vries-Hippen ist etwa in Bezug auf Spanien und Portugal optimistisch: „Sie arbeiten hart, um die zugesagten Ziele zu erreichen. Nicht alles ist positiv, aber das Erreichte ist beachtlich.“ Insbesondere die verbesserte Auftragslage stimmt Experten optimistisch. „Unsere positive Meinung zu Aktien ist noch sehr stark von den Erwartungen nach verbesserten Auftragseingängen bei den Unternehmen geprägt“, sagt etwa Gebhardt.

„In Spanien, Großbritannien und Nordeuropa gibt es hierfür ermutigende Anzeichen.“ Rückschläge seien allerdings nicht auszuschließen. Denn die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen in Europa verlaufe noch immer sehr schleppend.

Trotz solcher Einschätzungen zur Lage in den einzelnen Euro-Ländern analysieren viele Finanzexperten lieber Branchen und Einzeltitel, der Standort des Unternehmens spielt eine nachgeordnete Rolle. „Unser Ziel ist es, weltweit in starke, etablierte und profitable Gesellschaften mit gutem Geschäftsmodell zu investieren, deren Aktien attraktive Bewertungen aufweisen“, sagt Schmidt. „Daher sind Unternehmensgesichtspunkte für uns auch wesentlich wichtiger als zum Beispiel regionale Herkunft oder die Branchenzugehörigkeit.“

Kommentare zu " Aktien Europa: Euro-Zone steht vor Anlage-Comeback"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%