Aktienmärkte
Was aus China zu erwarten ist

Erstmals hat ein Einbruch an Chinas Börsen das weltweite Finanzsystem durchgerüttelt. Was kommt von dort als Nächstes?
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Reichtum und Geldsegen, so glauben Chinesen, bringe das Jahr des Schweines. Doch das neue Jahr war kaum eine gute Woche alt, die letzten Böllerschüsse noch nicht verklungen, da waren bereits Milliardenwerte vernichtet. Um mehr als 100 Milliarden Dollar schrumpfte auf dem Papier der Wert der in Shanghai notierten Aktien. Institutionelle und private Anleger verkauften massenhaft chinesische Aktien, allein am Dienstag sauste der Leitindex der Börse Shanghai um 9,2 Prozent in den Keller, der größte Kursverlust in zehn Jahren. Auch an den restlichen Tagen der Woche standen die Papiere unter Druck, gleichzeitig geriet der kleinere Aktienmarkt im südchinesischen Shenzhen mit unter die Räder.

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Unmittelbare Ursache des Crashs waren Gerüchte, die Regierung werde bald eine Kapitalertragsteuer von 20 Prozent einführen. Chinas höchstes gesetzgebendes Organ, der Nationale Volkskongress, kam kurz darauf zu seinem alljährlichen einwöchigen Plenum zusammen. Das heizte die Nervosität der Börsianer an, denn ihnen allen ist bekannt, dass die Regierung die hohe Bewertung des Aktienmarkts skeptisch sieht. Es herrsche die "Befürchtung, die Regierung werde den Aktienmarkt gezielt abkühlen", so Helen Wang, Analystin bei DBS Vickers Securities in Hongkong.

Mit der boomenden Konjunktur und den steigenden Einkommen in China gab es vor dem Crash einen Ansturm auf chinesische Aktien. Börsengänge wie von der Industrial and Commercial Bank of China im Oktober trieben die Interessenten zu langen Warteschlangen zusammen, insgesamt legte der Aktienindex in Shanghai 2006 um rund 100 Prozent zu. In den knapp vier Monaten von Anfang November bis zum Tag vor dem Crash stieg die Börse bereits um 50 Prozent – im selben Zeitraum schaffte der Index Hang Seng in Hongkong nur 30 Prozent, der Dow-Jones-Index in den USA nur 15. Dass der chinesische Markt heiß gelaufen ist, zeigt auch ein Blick auf die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV). Der Durchschnittswert der Shanghaier Aktien liegt bei 38, mehr als doppelt so hoch wie international üblich.

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