Analysten empfehlen Aktien der Karstadt-Konkurrenten Metro oder Pinault-Printemps – Spezialisierung nötig
Anleger mögen Einzelhändler mit Flair

Die Krise von Karstadt-Quelle rückt eine ganze Branche ins schlechte Licht. Der Sanierungsplan brachte zu Tage, wie schlecht es um den größten Versandhandels- und Warenhauskonzern Europas steht: Eine Kapitalerhöhung ist nötig, fast die Hälfte der Warenhäuser sollen verkauft, Tausende Stellen gestrichen werden.

DÜSSELDORF. Der Aktienkurs brach ein. Doch nicht die gesamte Konkurrenz dümpelt verlustträchtig dahin. Zwar kämpfen Warenhauskonzerne derzeit europaweit gegen das schwache Konsumklima. Doch anders als Karstadt entwickelten Konkurrenten wie die Metro-Tochter Kaufhof, die britische Woolworths-Gruppe oder der französische Pinault-Printemps-Konzern in der Krise neue Konzepte. Analysten sehen daher bei diesen Aktien auch deutlich mehr Potenzial, als sie dem Papier von Karstadt-Quelle zutrauen.

„Bislang liegt bei Karstadt auch kein schlüssiges Konzept vor, das Massengeschäft zu spezialisieren“, moniert Jürgen Elfers, Handelsexperte der Commerzbank. Angesichts der ausgezeichneten Warenhaus-Standorte in den Innenstädten empfehlen Branchenexperten, das Wühltischambiente gegen einen Boutiquestil mit profitablen Produkten und Marken einzutauschen. Als Vorbild wird dabei immer das Konzept von Galeria-Kaufhof genannt.

Der Metro-Konzern konnte seit Mitte 2003 seinen Kurswert um fast 50 Prozent steigern. Neben Galeria- Kaufhof stellten auch die Großmärkte (Cash & Carry) und die Elektronikfachmärkte Mediamarkt und Saturn strategische Konzepte dar, von denen vor allem die letzteren beiden Wachstum versprächen, sagt Thilo Kleibauer, Analyst bei M.M. Warburg. Die Metro-Märkte sowie Mediamarkt und Saturn seien so stark, dass sie sich der Konsumschwäche in Deutschland mit hohen Umsatzzuwächsen entziehen könnten. Anders als Karstadt-Quelle verfüge Metro auch über ein starkes Auslandsgeschäft. Deshalb empfehlen die meisten Analysten die Metro-Aktie zum Kauf – die Karstadt-Quelle-Aktie findet dagegen zurzeit kaum Analystenzuspruch.

Die Phantasie der Börsenprofis beflügelt auch das britische Handelsunternehmen Woolworths. Seitdem Woolworths 2001 aus dem Kingfisher Konzern ausscherte, wurden die meisten der „Big W“-Kaufhäuser, in denen Woolworths zuvor jedwede Ware angeboten hatte, geschlossen oder auf wenige Waren spezialisiert. Margenbringer sind heute Spielzeug, Kleidung und Süßwaren. Der Umsatz kletterte im ersten Halbjahr dieses Jahres um rund sechs Prozent. Der Kurs steigt seit einer Delle Mitte 2003 stetig. Die überdurchschnittlich gute Dividendenrendite von knapp vier Prozent macht das Papier zusätzlich attraktiv.

Seite 1:

Anleger mögen Einzelhändler mit Flair

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%