Analysten empfehlen Einzelhandelstitel der Region
Südamerikas Börsen ziehen Firmen an

Investoren und Unternehmen setzen auf einen Börsenaufschwung in Brasilien und Chile. Das zeigen die anhaltenden Börsengänge an den beiden wichtigsten Aktienmärkten der Region. Der Zuckerkonzern Cosan und Wasserversorger Inversiones Aguas Metropolitanas platzieren erstmals Aktien.

SÃO PAULO. Investoren und Unternehmen setzen auf einen weiteren Börsenaufschwung in Brasilien und Chile. Das zeigen die anhaltenden Börsengänge an den beiden wichtigsten Aktienmärkten der Region: Mit dem Zuckerkonzern Cosan in São Paulo und dem Wasserversorger Inversiones Aguas Metropolitanas in Santiago haben in den vergangenen Tagen erneut zwei größere Konzerne erstmals Aktien platziert.

Bis zum Jahresende will noch Tractebel, der größte private Stromerzeuger Brasiliens sein Kapital öffnen. Erst kürzlich hat mit Banco Nossa Caixa eine Bank den Schritt an den „Neuen Markt“ der Bovespa gewagt, der wegen hoher regulatorischer Ansprüche zu einem gefragten Schaufenster für neue Konzerne geworden ist. Nach einer OECD-Untersuchung sind unter den acht am aktionärsfreundlichsten geführten Unternehmern Lateinamerikas inzwischen sechs am Neuen Markt der Bovespa zu finden.

Die Börsenneulinge rechnen damit, dass sich der seit mehr als zwei Jahren anhaltende Aktienboom in Südamerika fortsetzen wird. Grund für die Zuversicht ist der anziehende Konsum in den Ländern. „Die Industrie wird schwächer wachsen, aber Aktien des Konsums und Einzelhandels werden profitieren“, sagt Caio Megale, von Mauá Investitmentos. Marcelo Kayath, Direktor für Aktienanlagen bei CSFB in São Paulo, prognostiziert, dass der Bovespa-Index bis zum Jahresende auf 36 000 Punkte steigt, von derzeit rund 31 000 Punkten.

In Chile erwarten Banken im nächsten Jahr ein Wirtschaftswachstum von sechs Prozent, das vor allem vom einheimischen Konsum geschaffen wird. „Bau, Handel, Transport, Finanzdienste und Strom sind die Sektoren, welche in den nächsten zwölf Monaten die Konjunktur antreiben werden“, sagt Angel Cabrera von Forecast in Santiago.

Banken, Energie- und Einzelhandelstitel sind die Favoriten der Analysten für beide Länder. In Chile empfehlen die meisten Analysten den Einzelhandelskonzern Cencosud. „Der Preisdruck hat nachgelassen und gleichzeitig kann der Konzern von den Synergien seiner letzten Aufkäufe in Argentinien und Chile profitieren“, sagt Cristián Moreno von Santander in Santiago. In Brasilien seien die Banken Itaú und Bradesco trotz der hohen Kursgewinne der vergangenen Monate attraktiv.

Alexander Busch
Alexander Busch
Handelsblatt / Korrespondent Südamerika
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