Anlageregeln
So holen Sie sich ihr Geld zurück

Wer einem allzu aggressiven Vertrieb von Anlagemodellen zum Opfer fiel, kann sich wehren. Wie Anleger ihr Geld zurückbekommen und worauf sie dabei achten müssen.
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DüsseldorfWer gegen einen Anbieter oder eine Bank klagen will, muss sich beeilen: Ende 2011 droht durch eine Gesetzesänderung für Altfälle die absolute Verjährung. Sie gilt für alle, die vor dem 1. Januar 2002 kauften. „Wer bis Ende des Jahres nicht klagt und damit die Verjährungsfrist unterbricht, hat keine Chance mehr auf Schadensersatz“, sagt Anwalt Christoph Walter aus Düsseldorf. Reicht der Verkaufspreis einer Schrottimmobilie nicht zur Rückzahlung des Kredits, prüfen Sie, ob Sie den Kauf rückgängig machen können. Das ist möglich, wenn die Beratung fehlerhaft war. Relevant ist, ob der Verkäufer über den Wohnungswert, die Mieteinnahmen oder die Steuerersparnis täuschte.

- Hat die Bank Ihnen Informationen vorenthalten, könnte sie später dafür haften müssen. Wusste die Bank zum Beispiel, dass die Immobilie eigentlich wertlos ist?

- Verdächtig ist eine ständige Zusammenarbeit zwischen Bank und Vertrieb, etwa wenn die Verkäufer Formulare der Bank benutzen. Die Bank könnte bei solch einem engen Kontakt zwischen Bank und Vertrieb haften.

- Nahm beim Bauherrenmodell ein Treuhänder den Kredit auf, prüfen Sie den Vertrag: „Die Bank hat oft kein Recht mehr auf Rückzahlung des Kredites, wenn die Treuhandurkunde der Bank nicht vorlag“, sagt der Berliner Rechtsanwalt René Richardt.

- Verlangen Sie die Rückzahlung des Kaufpreises, wenn der Verkäufer einer Immobilie von Ihnen mehr als das Doppelte des Verkehrswertes verlangt hat, „denn das ist sittenwidrig“, sagt Anwalt Richardt.

- Prüfen Sie, ob eine Bank der Vermittler des Anlageobjekts war. „Hat die Bank die Provision verschwiegen, kann die Kapitalanlage bis heute rückabgewickelt werden“, sagt Rechtsanwalt Peter Mattil aus München.

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