Anlagestrategie
Die besten deutschen Aktien

Die Aktienkurse haben zuletzt kräftig zugelegt. Wer jetzt noch einsteigen will, muss ganz genau hinschauen. Die gute Nachricht: Es gibt noch Aktien, bei denen es sich lohnt, sagen Experten. Das Handelsblatt stellt die Lieblinge der Analysten vor.
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FRANKFURT. Analysten sehen das größte Potenzial bei den kleineren Werten. Das ergibt eine Auswertung von allen 110 Aktien in Dax, MDax und TecDax . Unter den Favoriten finden sich besonders viele Aktien aus dem MDax der mittelgroßen Firmen und aus dem Technologie-Index TecDax. Kritiker werden einwenden, dass ausgerechnet die Nebenwerte in den letzten Wochen besser abgeschnitten haben als die Dax-Aktien - und deshalb künftig weniger Gewinne versprechen. Während der Dax seit Jahresbeginn rund 21 Prozent zugelegt hat, stieg der MDax um 32 Prozent, der TecDax sogar um 53 Prozent.

Auffällig ist zudem, dass sich bei den Favoriten der Analysten in den vergangenen Monaten nicht allzu viel getan hat. Fresenius SE, deren Tochter Fresenius Medical Care (FMC), Bilfinger Berger und Wirecard standen bereits vor einem halben Jahr ganz oben auf dem Zettel der Experten. Damals hat das Handelsblatt schon einmal die Empfehlungen der Analysten unter die Lupe genommen. Während die Aktien von Bilfinger Berger (+ 61 Prozent) und Wirecard (+ 36 Prozent) seither kräftig zugelegt haben, sind die Papiere von Fresenius SE (+ 11 Prozent) bislang hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Innerhalb eines Monats kommen insgesamt 1 742 Analystenempfehlungen für die 110 wichtigsten deutschen Aktien zusammen. In knapp der Hälfte aller Fälle lautet das Urteil: Kaufen. Im Mai, auf dem Höhepunkt der Rally, lag der Anteil der Kaufurteile nur bei 40 Prozent. Die Analysten sind also etwas mutiger geworden.

Doch was sind die Kaufempfehlungen überhaupt wert? Allein darauf sollte sich Anleger jedenfalls nicht verlassen. Die Experten können kräftig daneben liegen; das hat nicht zuletzt die Finanzkrise gezeigt. Das ganze Ausmaß erkannten die meisten Analysten erst spät. Anfangs korrigierten sie ihre viel zu optimistischen Schätzungen nur sehr langsam nach unten - und wurden von der Realität überholt. Dann wiederum sahen sie die Gegenbewegung, die Rally im Frühjahr nicht kommen.

Inzwischen hat sich das Lagebild etwas verbessert, die Bewertungen sind weitgehend angepasst und die Gewinnschätzungen wieder verlässlicher. Hinzu kommt: So gerne auf Analysten geschimpft wird, es gibt kaum eine Alternative zur ihrer Expertise. Viele betreuen eine Branche über mehrere Jahre. Sie können meist sehr gut einschätzen, wie sich ein Unternehmen entwickelt und wo Gefahren lauern.

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