Anlagestrategie
Neue Chancen bei Rohstoffen

Anleger sollten bei Rohstoffen wieder zugreifen, schreibt Commerzbank-Analyst Chris-Oliver-Schicketanz. Der Kursverfall sei beendet. Nicht nur Öl und Kupfer bieten wieder Chancen.
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Selten ist eine Anlageklasse so schnell vom "Everybodys Darling" in Misskredit geraten wie Rohstoffe. Gehörten Öl, Kupfer & Co 2011 noch zu den Top-Performern, so haben sie im laufenden Jahr deutlich verloren. Damit sind die Wertzuwächse der letzten zwölf Monate passé.

Die übliche saisonale Schwäche von Rohstoffen fiel im zweiten Quartal in diesem Jahr deutlich stärker aus, weil neben den herkömmlichen wetterbedingten Einflüssen schwache Konjunkturdaten aus den USA und den Schwellenländern, die Rohstoffpreise auf breiter Front belasteten.

Hinzu kam, dass sich die Hoffnungen auf weitere quantitative Lockerungsmaßnahmen der Notenbanken nicht im gewünschten Maße erfüllten. Damit zogen viele spekulative Anleger ihre investierten Rohstoffgelder wieder ab.

Auf dem jetzt erreichten Preisniveau gibt es nun aber für alle, die den starken Aufwärtstrend der vergangenen zehn Jahre verpasst haben, eine neue Chance. Denn mit Blick auf die kommenden zwölf Monate sind wir für viele Rohstoffe optimistisch.

Nur Direktinvestitionen sinnvoll

Die lockere Geld- und Fiskalpolitik in den Schwellenländern dürfte den aktuellen Wirtschaftsabschwung bremsen und im zweiten Halbjahr für positive Impulse sorgen. Vor allem die geplanten Infrastrukturprojekte dürften die Rohstoffnachfrage anheizen. Auch wenn die gut gefüllten Lager zunächst ein "Abarbeiten" der Vorräte wahrscheinlich machen, rechnen wir spätestens Ende des dritten Quartals mit einem neuen Preisaufschwung. Denn auch das Angebot bleibt gering.

So wurden viele Investitionsprojekte zuletzt angesichts des Preisverfalls auf Eis gelegt. Größere Explorationsvorhaben kämpfen mit restriktiveren Kreditvergaben und sind daher starken zeitlichen Verzögerungen ausgesetzt.

Nicht zu unterschätzen ist zudem die Investmentnachfrage. Auch wenn Rohstoffe kurzfristig nicht mehr en vogue erscheinen, zeigen historische Analysen, dass Depots mit Rohstoffanteil ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen als Depots ohne diversifizierende Rohstoffe.

Wichtig ist dabei der Unterschied zwischen Rohstoffen und Rohstoffaktien. Letztere werden durch die steigenden Förderkosten überproportional negativ tangiert und stehen daher bei uns nicht mehr im Anlagefokus.

Direktinvestitionen in Rohstoffe dürfen sich dagegen auszahlen. Um dabei das Risiko für Privatanleger möglichst gering zu halten, eignet sich vor allem ein breit diversifiziertes und aktiv gemanagtes Konzept, das je nach Marktlage in unterschiedliche Rohstoffarten investiert.

Die Anlageempfehlung gibt die Meinung des Autors wieder.

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